23.12.2020

Führungskräfte: Resilient bleiben unter Druck

Technischer Wandel, Pandemie, Disruption – Veränderungen stellen Sie als Führungskraft vor große Herausforderungen. Widerstandskraft ist gefragt. Mit Resilienz können Sie Ihren Betrieb in ruhigere Fahrwasser steuern. Die Eigenschaften dafür können Sie sich antrainieren.

Resilienz

Ist Resilienz angeboren?

Nein, jedenfalls sind Teile der Wissenschaft nicht der Ansicht. Ihnen zufolge entwickelt der Mensch sie erst im Laufe seines Lebens. Wie weit, zeige sich erst in der Krise. Hinzutrete ein komplexes Zusammenspiel diverser Faktoren. Von diesen hätten einige mit Charaktereigenschaften zu tun. Viele der notwendigen Eigenschaften, um Krisen gut zu managen, ließen sich trainieren.

Welche Eigenschaften der Resilienz können Sie als Manager trainieren?

Die folgenden, als sieben Säulen der Resilienz bezeichneten. Sie besitzen in der Regel Menschen, die in Krisenzeiten souverän und überlegt agieren. Dank diesen Persönlichkeitsmerkmalen vertrauen sie der eigenen Selbstwirksamkeit und können nach Lösungen suchen, um die Krise zu meistern.

  1. Selbstbewusstsein: Die Überzeugung, mithilfe der eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen selbst in der Lage zu sein, sich aus der schwierigen Situation zu befreien.
  2. Empathie: Verhalten anderer richtig deuten sowie gut und gerne kommunizieren; aktiv auf andere zugehen.
  3. Gefühlsstabilität: unter Druck ruhig bleiben und dabei die Richtung vorgeben.
  4. realistischer Optimismus: die Überzeugung, dass sich die Dinge früher oder später zum Guten wenden; nicht Dinge künstlich beschönigen, die Krise als zeitlich begrenztes Ereignis sehen.
  5. Handlungskontrolle: Die eigenen Impulse kontrollieren, überlegt handeln, sich über einen längeren Zeitraum in komplexen Arbeitsfeldern auf eine Aufgabe konzentrieren.
  6. Zielorientierung: Trotz kurzfristiger Belohnung langfristig denken, sich realistische, ambitionierte Ziele setzen, sich nicht von vorübergehenden Wendepunkten im Leben aus dem Gleichgewicht werfen lassen.
  7. Analysestärke: Probleme gründlich analysieren, kausale Zusammenhänge ableiten, eingefahrene Denkmuster verlassen, mit den Ergebnissen der Analyse zukunftsorientiert umgehen.

Lässt sich Resilienz per Fragebogen bestimmen?

Da laufen Sie ins Leere. Sie werden ja auch nicht herausfinden, wie gut jemand schwimmen kann, ohne dass er ins Wasser springt.

Tipp der Redaktion

Wenn Ihnen dieser Beitrag gefällt und Sie sich für solche und ähnliche Themen interessieren, lesen Sie jetzt 14 Tage lang kostenlos eine Ausgabe des „Führung und Management AKTUELL“.

Wie können Sie als Führungskraft resilient führen?

  • Denken Sie über bisherige Krisen in Ihrem Leben nach – egal, ob beruflich oder privat! Sie müssen sie kennen, um Ihrer eigenen Handlungskompetenz zu vertrauen.
    • Welche Ihrer Talente und Ressourcen haben Ihnen geholfen, diese schwierigen Situationen zu meistern?
    • Wer kann Sie unterstützen?
    • Was haben Sie für sich gelernt?
  • Machen Sie sich schriftliche Notizen zu Ihren Kompetenzen!
  • Verändern Sie Ihre Denkmuster! Verändern Sie Ihren Fokus! So kommen Sie an neue Lösungen und meistern schwierige Lebenslagen.
  • Fragen Sie sich z. B.: „Wozu ist diese Situation gut?“ und nicht: „Warum muss mir das passieren?“
  • Lenken Sie Ihren Blick auf die Chancen, auf das, was Sie für sich lernen können und was positiv an der veränderten Situation ist! So werden Sie zum Gestalter Ihres Lebens und nicht zu seinem Opfer.
  • Setzen sie sich jeden Tag realistische Ziele!
  • Unterteilen Sie große Ziele in viele kleine!
  • Fragen Sie sich jeden Tag, was Sie heute tun werden, um Ihr Ziel zu erreichen!
  • Denken Sie immer daran: Jeder Augenblick des Tages bietet Ihnen die Chance, neu anzufangen!
  • Tun Sie täglich etwas, um dauerhafte Veränderungen in Ihren Gedanken- und Verhaltensmustern über mehrere Wochen hinweg zu verwirklichen!

Was ist der Sinn all dieser Überlegungen und Übungen?

Ihre Einstellung zu sich und zu Ihrer Umwelt zu gestalten – privat und in der Arbeit. So schaffen Sie sich die Grundlage Ihres Karriere-Coachings.

Autor: Franz Höllriegel