News | Management
27.11.2015

Führungsfehler, die über Unternehmensschicksale entscheiden

Wie Unternehmen sich selbst killen

Wer hat Schuld am VW-Skandal? Der Wettbewerb in USA? Abgasmanipulateure in Wolfsburg? Mag alles sein – oder auch nicht. Eine neue Fährte hat jetzt das „manager magazin“ aufgenommen und vier kapitale Fehler in der Führung von Unternehmen ausgemacht. VW nur eine Blaupause dafür, wie man sein Unternehmen nicht führen sollte.

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Vier fatale Führungsfehler

Hamburg. 27. November 2015 – „Der Selbstmord“ titelte der „Spiegel“ im September sein Heft über die VW-Affäre. Und damit leitet auch „manager magazin“-Autorin Heidi Stopper ihren lesenswerten Beitrag „Vier fatale Fehler, mit denen Unternehmen sich selbst killen“ ein.

Kollektiver Freitod

Die ehemalige Konzernmanagerin (Airbus, Prosiebensat1) und heutige Coacherin und Unternehmensberaterin sieht im Abgas-Skandal der Wolfsburger Autobauer einen „kollektiven, fast alle Teile des Konzerns umfassenden Freitod“, verursacht durch selbstherrliche Manager und zentralistische Führungskultur.

Gelebte Unternehmenskulturen Innovationskiller

Der Konzern sei nicht allein mit seinem selbstzerstörerischen Vorgehen. In den gelebten Unternehmenskulturen sieht Stopper häufig Innovationskiller. Sie gefährden den Fortbestand der jeweiligen Firma, vernichten Arbeitsplätze, ist sie überzeugt. Stopper: „Man kann nur hoffen, dass es künftig viel mehr starke und mutige Unternehmenslenker gibt, die von ganz oben etwas ganz anderes vorleben.“

Präsenzkultur und Meeting-Wahnsinn

Zum Beispiel bei der unsäglichen Präsenzkultur und dem überbordenden Meeting-Wahnsinn. Ganz abgesehen davon, dass Digitalisierung, Mobilisierung und Flexibilisierung der Arbeit ohnedies dem Präsenzunwesen über kurz oder lang in weiten Teilen der Wirtschaft den Garaus bereiten dürften – die meisten Meetings liefern keinen Mehrwert, der einzelne Teilnehmer leistet keinen Beitrag.

Mails im Meeting

Stopper: „Ständig werden neue Termine festgesetzt, ohne dass die bisherigen Gesprächskreise wegfielen. Noch nicht verrückt genug, wird in den Meetings dann auch noch ständig in die Mails geschaut. Wer hat da noch Zeit, sich ums Geschäft zu kümmern oder gar gute Ideen zu entwickeln?“

Sprung in der Schüssel

Andere Kapitalfehler sieht Stopper in dem Hang von Unternehmensführern zu ihnen möglichst gleichartigen Mitarbeitern, die in vielen Unternehmen anzutreffende Angst vor Fehlern und – last but not least – den Regeln guter Unternehmensführung, auch Compliance genannt. Stopper: „Ich kann nur sagen, wer sich daran hält, wird leider in vielen Häusern keine Karriere machen.“

Autor: Franz Höllriegel

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