Fachbeitrag | Steuern
14.10.2015

Firmenwagen – Leasing schützt vor Ungemach

Pflichten bei Verkauf des Firmenwagens beachten.

Firmenwagen verkauft – Friede seiner Seele. Doch Vorsicht! Viele Selbständige übersehen: nach Verkauf des Firmenwagens kann das dicke Ende noch nachkommen. Dann nämlich, wenn beispielsweise im ersten Halbjahr nach Verkauf ein Schaden an dem Wagen auftritt. Dann heißt es unter Umständen „Zahlemann & Söhne“ – und nicht „gekauft wie gesehen“.

Auto© Rostislav Sedlacek /​ fotolia.com

Leasing, Mittel der Wahl

Kissing. 14. Oktober 2015 – Am besten: man hat den Firmenwagen geleast. Das Fahrzeug gibt man nach Ablauf des Leasingvertrags einfach zurück. Diese Auffassung vertritt der renommierte Steuerexperte, der Bonner Rechtsanwalt und Steuerberater Andreas Mainczyk in der neuen Ausgabe des „SteuerSPARBrief“ (13/2015).

Haftungsrisiken unterschätzt

Leasing sei eine gute Möglichkeit, der Haftung zu entgehen, so Mainczyk in dem Newsletter für Selbständige und Unternehmer. Genau die aber wird demnach von vielen Selbständigen bei einem Verkauf eines ausgedienten Firmenwagens übersehen. Egal ob die Limousine des Chefs oder der Firmenbulli – zahlreiche Haftungs- und Steuerrisiken lauern, wenn so ein Altwagen verkauft wird.

Böses Erwachen nach Verkauf

Das böse Erwachen komme meist erst nach dem Verkauf eines Firmenfahrzeugs an einen privaten Käufer. Schuld daran seien die Regelungen des Schuldrechts für gewerbliche Verkäufer. Diese gelten bereits seit 2002. Trotzdem hätten viele Selbstständige die grundlegenden Änderungen noch gar nicht richtig wahrgenommen, heißt es in dem Beitrag.

Verschärftes Verbrauchsgüterkaufrecht

Seither unterlägen Selbstständige einer verschärften Haftung des Verbrauchsgüterkaufrechts. Beim Verkauf von Gebrauchtwagen an Privatpersonen gilt demzufolge grundsätzlich eine Gewährleistungsfrist von zwei Jahren. Ein Ausschluss dieser Haftung durch entsprechende Klauseln im Kaufvertrag etwa nach dem Muster „Gekauft wie gesehen“ oder „Unter Ausschluss jeder Gewährleistung“ sei nicht möglich, lediglich eine Haftungsbegrenzung auf ein Jahr.

Umgekehrte Beweislast

Darüber hinaus bestehe in den ersten sechs Monaten eine Beweislastumkehr. Das bedeutet: Der gewerbliche Verkäufer – und zu solchen muss sich ein Unternehmer, der sein Firmenfahrzeug verkauft, rechnen lassen – muss die einwandfreie Betriebsfähigkeit des Fahrzeugs zum Zeitpunkt der Verkaufs nachweisen – nicht der Käufer.

Getriebeschaden schon bei Verkauf?

Der Bericht nennt ein konkretes Beispiel: Vier Monate nach dem Kauf geht das Getriebe eines Verkaufsfahrzeugs kaputt. Der verkaufende Unternehmer muss beweisen, dass es beim Verkauf noch tadellos in Schuss war. Das kann er aber kaum. Deswegen werde er dem Käufer die gesamten Reparaturkosten ersetzen müssen.

Auswege aus dem Haftungsdilemma

Der Beitrag nennt eine Reihe von Auswegen aus diesem Haftungsdilemma. Sie reichen von der Rückgabe des Fahrzeuges an den ursprünglichen Autohändler über die Möglichkeit, es an Privat oder ins Ausland zu verkaufen, bis hin zum Verschenken, privater Weiternutzung oder gar Verschrottung. Bei allen diesen Nutzungsvarianten müssten aber auch entweder finanzielle Einbußen am Verkaufspreis oder steuerliche Nachteile hingenommen werden.

Übertragung auf Ehefrau gilt nicht

Eine Herausnahme des Gefährts aus dem Betriebsvermögen oder eine Übertragung beispielsweise auf die Ehefrau scheidet Mainczyk zufolge wegen Rechtsunwirksamkeit aus. Einzig in der Variante Leasing sieht der Steuerexperte einen Schutz vor Haftungsrisiken.

 

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Autor: Franz Höllriegel
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