News | Personal 15.09.2017

Feedback vom Chef – Wertschätzung für Arbeitsleistung

Erwerbstätige verbringen mehr Zeit mit Kollegen und Vorgesetzten als mit Freunden oder der eigenen Familie. Ein gutes Arbeitsklima ist deshalb von zentraler Bedeutung für die Qualität der Arbeit. Doch das sollte nicht darüber täuschen: die Arbeitszeit wird in deutschen Unternehmen länger.

junge Kollegen im Gespräch

Sicherung des Lebensunterhaltes

Die Arbeit spielt im Leben der meisten Menschen nicht nur zur Sicherung des Lebensunterhaltes eine zentrale Rolle. Am Arbeitsplatz werden viele Stunden des Tages verbracht – oft mehr Zeit, als für Familie, Freunde und Freizeit zur Verfügung steht. Ein „guter Job“ ist deshalb für viele Menschen eine wichtige Voraussetzung für Zufriedenheit und Lebensqualität. Leistungsfähige und innovative Unternehmen sind auf motivierte und zufriedene Arbeitnehmer angewiesen. Neben den bekannten Indikatoren zum Arbeitsmarkt sind deshalb immer häufiger Daten zur Qualität der Arbeit aus Sicht der Berufstätigen gefragt – nicht zuletzt wegen der wachsenden Vielfalt an Beschäftigungsformen.

Freundliches Arbeitsumfeld, bessere Arbeitsleistung

Ein wichtiger positiver Aspekt von Arbeit ist ein freundliches Arbeitsumfeld. Das zeigt die Studie „Qualität der Arbeit – Geld verdienen und was sonst noch zählt“ des Statistischen Bundesamts. So gaben 2015 insgesamt 66 Prozent der Befragten im Alter ab 15 Jahren an, immer oder meistens von ihren Kollegen unterstützt zu werden.

Unterstützung durch den Chef

Dabei spiele die Unterstützung durch Vorgesetzte eine wichtige Rolle für die Qualität der Zusammenarbeit. Knapp die Hälfte (44 Prozent) der Arbeitnehmer wurde 2015 nach eigener Einschätzung von ihren Vorgesetzten unterstützt. Männer gaben mit 45 Prozent etwas häufiger an Unterstützung zu erhalten, als Frauen (43 Prozent). Einen Unterschied gibt es auch in den Altersklassen: Die Unterstützung nimmt mit zunehmendem Alter ab. 15 bis 34-Jährige fühlten sich häufiger von ihrem Vorgesetzten unterstützt (50 Prozent) als Personen im Alter von über 35 Jahren (42 Prozent).

Rückmeldung über die Arbeitsleistung

Die regelmäßige Rückmeldung von Vorgesetzten über die Arbeitsleistung und die Einbeziehung bei Problemlösungen durch den Chef sind Ausdruck der Wertschätzung und damit für die Qualität der Zusammenarbeit relevant. Sie sind für die Motivation der Beschäftigten von großer Bedeutung. 64 Prozent der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gaben an, dass ihr Vorgesetzter ihnen Feedback zu ihrer Arbeit gibt.

Die Statistiker unterscheiden sieben Dimensionen qualitativer Aspekte der Arbeit:

  1. Arbeitssicherheit und Gleichstellung
  2. Einkommen und indirekte Arbeitgeberleistungen
  3. Beschäftigungssicherheit und Sozialleistungen
  4. Arbeitsbeziehungen
  5. Qualifikation und Weiterbildung
  6. Zusammenarbeit und Motivation
  7. Arbeitszeit, Ausgleich von Beruf und Privatleben

Überlange Arbeitszeiten

Gerade bei der Arbeitszeit sind die Arbeitnehmer unterschiedlich betroffen. 11,4 Prozent der Vollzeit-Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten 48 Stunden oder länger pro Woche – und verbuchen damit regelmäßig überlange Arbeitszeiten. Es gibt laut „Spiegel Online“ mehrere entscheidende Faktoren:

  • Je älter der Arbeitnehmer, desto größer das Risiko überlanger Arbeitszeiten. Von zwei Prozent bei den unter 25-Jährigen steigt die Arbeitslast auf 14,4 Prozent bei den 55- bis 60-Jährigen an.
  • Selbstständige sind deutlich öfter betroffen als Angestellte. 51 Prozent von ihnen arbeiten besonders lang. Bei Arbeitnehmern in Vollzeit sind es dagegen nur sechs Prozent. Ähnlich ist das Verhältnis zwischen Managern und Angestellten.
  • Das Geschlecht spielt eine entscheidende Rolle.

Belastungen durch den Job

Ein großer Teil der Beklagten klagt über erhebliche Belastungen durch den Job, vor allem durch Termindruck. Durchschnittlich 40 Prozent aller Arbeitnehmer nehmen diesen Druck und die Intensität der Arbeit als Problem wahr. Dabei liegt der Wert bei Männern mit 44 Prozent deutlich höher als bei Frauen (36 Prozent). Angestellte in der Anlagen- und Maschinenbedienung sowie im Handwerk leiden ähnlich stark unter einer zu hohen Termindichte.

Regelung der Arbeitsleistung

Zu einem Teil wesentlich mit entscheidend für die Befunde dürften die Vorgaben der Arbeitsleistung sein. Sie kommen immer noch vom Arbeitgeber. Er hat das Recht, seinen Mitarbeitern Anweisungen zu erteilen. Ausdrücklich gesetzlich fixiert ist das in der Gewerbeordnung, wie „Personaltipp AKTUELL“ in einer Sonderausgabe zum Thema Personalarbeit (12/2017) schreibt. Dieses Weisungsrecht ist kennzeichnend für das Arbeitsverhältnis. Demnach kann der Arbeitgeber Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung sowie das Ordnungsverhalten im Betrieb einseitig bestimmen, es sei denn, im Arbeitsvertrag oder anderen verbindlichen Vorschriften sind zu diesen Arbeitsbedingungen ausdrückliche Regelungen enthalten. Geregelt wird ein Teil davon im Arbeitsvertrag – aber nicht alles. Was ein Arbeitgeber zur Arbeitsleistung vorschreiben kann und was nicht – dazu mehr in dem Newsletter für Personalmanager und Arbeitgeber.

Autor: Franz Höllriegel