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09.09.2016

EU-Kommission mahnt Unternehmen zu mehr Zahlungsdisziplin

Behörden und Unternehmen zahlen immer schneller. Im Schnitt seit 2013 um zehn Tage schneller. Nicht schnell genug, zeigt der neue EU-Bericht über die Umsetzung der Zahlungsverzugsrichtlinie. Die zuständige EU-Kommissarin drängt die Mitgliedsstaaten deswegen zu zusätzlichen Maßnahmen und fordert mehr Zahlungsdisziplin.

Zahlungsmoral© vege /​ fotolia.com

Durchschnittliche Zahlungsfrist seit 2013 um 10 Tage verkürzt

Brüssel, 9. September 2016 – Die gute Nachricht: die durchschnittlichen Zahlungsfristen in der EU gehen zurück. Seit 2013 um zehn Tage. Das belegt der neue Bericht der für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU zuständigen EU-Kommissarin, Elżbieta Bieńkowska, über die Umsetzung der Zahlungsverzugsrichtlinie.

Rechnungen werden immer noch zu spät bezahlt

Die schlechte: Es wird vielfach immer noch viel zu spät gezahlt. Vor allem von öffentlichen und großen Auftraggebern. Darunter leiden viele Unternehmen, insbesondere kleinere und mittlere (KMU).

Täglich gehen in ganz Europa Dutzende KMU in Konkurs, weil ihre Rechnungen nicht beglichen werden. Mit verheerenden Folgen:

  • Arbeitsplätze werden zerstört
  • Geschäftsmöglichkeiten bleiben ungenutzt
  • Wirtschaftsaufschwung wird abgebremst

Schlechte Zahlungsdisziplin

Der schlechten Zahlungsmoral will die EU-Kommission ein Ende setzen. Sie hat deswegen die Richtlinie zur Bekämpfung von Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr angenommen. Darin enthalten: eine Reihe von Vorschriften zum Schutz europäischer Unternehmen vor Zahlungsverzögerungen bei Transaktionen mit Behörden und Unternehmen.

Behörden müssen danach

  • Rechnungen für Waren und Dienstleistungen innerhalb von 30 Kalendertagen begleichen,
  • in Ausnahmefällen binnen 60 Kalendertagen.

Unternehmen sollten ihre Rechnungen innerhalb von 60 Kalendertagen bezahlen, sofern nicht ausdrücklich anders vereinbart. Gläubiger grob benachteiligende Regelungen sind unwirksam.

Pro Zahlungsdisziplin: Umsetzung der Richtlinie in innerstaatliches Recht

Bis März 2013 mussten die Mitgliedstaaten die überarbeitete Richtlinie zum Zahlungsverzug in innerstaatliches Recht umgesetzt haben. Die nationalen Behörden haben laut Bieńkowska zusätzliche Maßnahmen getroffen, um die Einhaltung der Richtlinie zu gewährleisten.

Kontinuierliche Überwachung

In dem Bericht werden aber weitere Maßnahmen empfohlen, insbesondere eine engere und kontinuierliche Überwachung der Entwicklung der durchschnittlichen Zahlungsfristen auf Grundlage einer gemeinsamen Methode.

Es stellt für Behörden eine echte Herausforderung dar, Rechnungen innerhalb von 30 Tagen begleichen zu müssen, kritisiert Bieńkowska. Sie appelliert jetzt an alle EU-Länder, dafür zu sorgen, dass schnelle Zahlungen die Regel werden.

Hier geht es zur Website Generaldirektion Wachstum, Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU zum Thema Zahlungsverzug.

Autor: Franz Höllriegel

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