23.07.2021

E-Mobilität: So sparen Sie Steuern

Langsam, aber sicher scheint der Motor der E-Mobilität in Deutschland anzuspringen. Offenbar geht das Konzept der Regierung auf, die Bürger zum Kauf von E-Autos zu bringen. Dazu gehören steuerliche Anreize. Steuern sparen mit E-Mobilität kann für Sie als Arbeitgeber zentral sein.

E-Mobilität Steuern

Paket mit Kaufanreizen

2016 hat die Bundesregierung ein Paket mit Kaufanreizen beschlossen, um der Elektromobilität in Deutschland zum Durchbruch verhelfen. Im Mittelpunkt stehen dabei Maßnahmen:

  • zum Ausbau der Ladeinfrastruktur
  • öffentliche Beschaffung von Elektrofahrzeugen
  • Kaufanreize

Das von Bundestag und Bundesrat beschlossene Gesetz zur Steuererleichterung für Arbeitgeber enthält:

  • Keine Einkommenssteuer auf Vorteile für Ihre Mitarbeiter beim Aufladen ihres Elektro- oder Hybridelektrofahrzeuges auf Ihre Kosten als Arbeitgeber,
  • steuerliche Vorteile für eine Ihrem Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt übereignete Ladevorrichtung
  • Zuschüsse zu deren Nutzung

BMF regelt Steuer für E-Mobilität neu

Im Oktober 2016, Dezember 2019 und zuletzt im September 2020 hat das Bundesfinanzministerium (BMF) die Regelungen zur steuerlichen Behandlung von Elektromobilität in einem Rundschreiben nachgebessert, ergänzt und vereinfacht – mit neuen Nutzungsmöglichkeiten für Sie als Arbeitgeber bei der Lohnabrechnung. Erstmals können Sie nun pauschale Auslagen erstatten im Wesentlichen beim Aufladen von:

  • Elektrofahrrädern
  • Kraftwagen

Grundsätzlich ist das Aufladen von Elektrofahrrädern nur dann steuerlich begünstigt, wenn sie als „Kraftfahrzeuge“ einzuordnen sind. Dafür benötigen sie:

  • Kennzeichen oder
  • Versicherung.

Das ist der Fall bei Elektrofahrrädern mit Höchstgeschwindigkeit über 25 Kilometer pro Stunde.

Hierfür gibt es nun die Billigkeitsregelung. Sie erweitert die Steuerbegünstigung auf das Aufladen von Elektrofahrrädern, die keine Kraftfahrzeuge darstellen. Wie bei jenen ist der Vorteil aus dem Aufladen des Fahrrades bei Ihnen als ihrem Arbeitgeber kein Arbeitslohn und damit nicht steuerpflichtig.

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Steuer auf das Aufladen von E-Autos

Als Arbeitgeber können Sie Ihrem Arbeitnehmer Kosten für das Aufladen eines ihm überlassenen Firmenwagens als steuerfreien Auslagenersatz erstatten. Diese Beträge stellen keinen Arbeitslohn dar und sind deshalb ebenfalls steuer- und sozialversicherungsfrei. Die Auslagen ausschließlich für Firmen-PKW können Sie als Arbeitgeber zudem steuer- und sozialversicherungsfrei monatlich mit folgenden Pauschalen erstatten:

  1. bei zusätzlicher Lademöglichkeit beim Arbeitgeber:
  • Elektrofahrzeuge: 30 Euro
  • Hybridelektrofahrzeuge: 15 Euro
  1. ohne zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeber
  • Elektrofahrzeuge: 70 Euro
  • Hybridelektrofahrzeuge: 35 Euro

Förderung des Kaufes von Elektrofahrzeugen

Den Umstieg auf Elektromobilität fördert die Bundesregierung bis Ende 2025 durch:

  • eine Kaufprämie, den sogenannten „Umweltbonus“
  • über einen höheren staatlichen Zuschuss beim Kauf eines Elektrofahrzeugs.

Die sogenannte Innovationsprämie gilt seit dem 8. Juli 2020 und kann genauso wie der Umweltbonus bis zum 31. Dezember 2025 in Anspruch genommen werden. Die Fördersätze betragen für

  • Elektrofahrzeuge unter 40.000 Euro Nettolistenpreis
    • bis zu 9.000 Euro für einen rein elektrischen Antrieb (Batterieelektro- oder Brennstoffzellenfahrzeug)
    • bis zu 6.750 Euro für ein von außen aufladbares Hybrid-Elektrofahrzeug (Plug-in-Hybride).
  • Elektrofahrzeuge über 40.000 Euro Nettolistenpreis
    • bis zu 7.500 Euro für einen rein elektrischen Antrieb (Batterieelektro- oder Brennstoffzellenfahrzeug)
    • bis zu 5.625 Euro für ein von außen aufladbares Hybrid-Elektrofahrzeug (Plug-in-Hybride).

Abrechnung von E-Jobbikes

Wenn Ihr Mitarbeiter ein E-Bike benötigt, können Sie als Arbeitgeber es ihm bezahlen. Wie Sie es richtig anstellen und damit die Kosten steuerlich absetzen, erklären wir Ihnen in dem Beitrag „Abrechnung von E-Jobbikes: Das müssen Arbeitgeber wissen!“.

Autor: Franz Höllriegel