22.12.2015

DIHK lobt Energieeffizienz deutscher Unternehmen

KfW-Förderbank wirft Unternehmen mangelnde Energieeffizienz vor. Mittelständische Unternehmen in Deutschland arbeiten energiebewusst. Nicht genug damit: Sie wirken auch darauf hin, dass ihre Mitarbeiter ebenso energiebewusst motiviert sind. Mit Hinweis auf entsprechende Untersuchungen hat der DIHK-Präsident Eric Schweitzer anderslautenden Vorwürfen von Bankenseite widersprochen.

Motivation für mehr Energieeffizienz zuhauf

Berlin. 22. Dezember 2015 – Weiter steigende Strompreise, Energiemanagementsysteme, das IHK-Projekt „Energiescout“ – für den Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Belege für das ausgeprägte Energiebewusstsein bei den Unternehmensführern und ihren Mitarbeitern.

Vorwürfe der KfW-Förderbank

Die KfW-Förderbank hatte zuvor mittelständischen Betrieben in Deutschland vorgeworfen, zu wenig in Energieeffizienzmaßnahmen zu investieren. Schweitzer wies diese Kritik umgehend zurück. Er verwies auf das im Vorfeld der Weltklimakonferenz von Paris vorletzte Woche erhobene Klimaschutz-Barometer. Darin berichteten zwei von drei mittelständischen Unternehmen über laufende Investitionen in Energieeffizienz.

Motivation der eigenen Mitarbeiter

„Noch intensiver setzen die kleinen und mittleren Unternehmen aktuell auf die Motivation der eigenen Mitarbeiter“, so Schweitzer weiter. Energiemanagementsysteme seien im Mittelstand inzwischen weit verbreitet. Zudem werde stärker auf den Faktor Mensch gesetzt. Er sei für die Effizienzsteigerung ebenfalls wichtig.

IHK-Projekt „Energiescout“

Als Beispiel nannte Schweitzer das IHK-Projekt „Energiescout“. Dabei lassen Unternehmen inzwischen bundesweit 1.500 Auszubildende nach einer Schulung Einsparpotenziale im Betrieb ermitteln. Und das „mit großem Erfolg“, so Schweitzer.

Rahmenbedingungen müssen stimmen

Mittelständische Unternehmen würden aber noch mehr in Energieeffizienz investieren, wenn die Rahmenbedingungen stimmten, konterte Schweitzer jetzt. Für viele Unternehmen käme eine umweltfreundliche Eigenerzeugung von Strom und Wärme in Betracht, sei es mit Photovoltaik oder mit Kraft-Wärme-Kopplung. Diese Investitionen seien jedoch rückläufig. Grund, laut Schweitzer: die EEG-Umlage auch auf selbst erzeugten Strom.

Internationaler Vergleich

Auch im internationalen Vergleich stehen deutsche Unternehmen Schweitzer zufolge nicht schlecht da. In den meisten Ländern schlummerten weltweit noch große Einsparpotenziale. Demgegenüber hätten deutsche Betriebe viele „tief hängende Früchte beim Klimaschutz bereits geerntet“, berichtete der DIHK-Präsident. Den Klimaschutz hierzulande nannte er „überfrachtet“: „Neben dem Emissionshandel gibt es Vorgaben für die Einsparung von Energie und besonders zum Ausbau erneuerbarer Energien.“

 

Autor: Franz Höllriegel