News | GmbH
18.03.2016

Datenschutz im Internet

Der Datenschutz im Internet – ein nach wie vor wunder Punkt für Unternehmen mit Webseiten. Sie werden immer wieder Opfer von Abmahnern. Gerade erst mussten wir vor mangelhaften Datenschutzerklärungen warnen. Jetzt eine neue Warnung: der „Gefällt-mir“-Button von sozialen Medien muss weg.

Datenschutz© jijomathai - fotolia.com

Riesenabmahnwelle droht

Eine Riesenabmahnwelle sehen Experten voraus. Grund: In einem aufsehenerregenden Urteil hat das Landgericht Düsseldorf letzte Woche die Verwendung des Social Plugins „Gefällt mir“ von Facebook auf Webseiten untersagt (Urteil vom 9.3.2016, Aktenzeichen: 12 O 151/15).

Meinung zu Webseiten-Inhalt

Kaum eine Webseite bindet die Buttons der sozialen Medien nicht ein, schreibt dazu „Legal Tribune Online“ (LTO). Über solche Buttons können Nutzer kundtun, dass ihnen ein Webseiten-Inhalt gefällt. Damit teilen sie Inhalte über Facebook, Twitter, Xing, Google+ und Co mit, machen sie bekannt und damit kostenlose Werbung für die Anbieterunternehmen dieser Sozialmedien.

Verbraucherzentrale mahnte ab

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hatte mehrere Unternehmen abgemahnt, darunter das Reiseportal HRS, Nivea (Beiersdorf), das Bonus-System Payback, der Tickethändler Eventim, der Bekleidungshändler Peek & Cloppenburg (Fashion ID) und der Textildiscounter KIK. Sie hatten alle auf ihrer Webpräsenz einen Facebook-Like-Button eingebaut.

  • HRS, Beiersdorf, Eventim und KIK gaben eine Unterlassungserklärung ab. Sie verpflichteten sich dazu, die beanstandeten Social-Media-Buttons auf ihren Webseiten nicht mehr zu verwenden und den von den Verbraucherschützern geforderten Aufklärungspflichten nachzukommen.
  • Beiersdorf verzichtet auf die Integration des Like-Buttons und entfernte den Button von seiner Website.
  • HRS, Eventim und KIK verwenden zwar weiterhin Social Media Plug-ins. Eine technische Lösung unterbindet bei ihnen eine automatische Übertragung von Daten an Facebook.
  • Geklagt wurde schließlich gegen den Onlineshop des Modehauses Peek & Cloppenburg und gegen Payback.

Peek & Cloppenburg hat bereits reagiert

Der Bekleidungshändler hat LTO zufolge bereits auf das Düsseldorfer Urteil reagiert. Auf der abgemahnten Website müssen demnach nun Social-Media-Inhalte ausdrücklich aktiviert werden. Dort heißt es jetzt:

„Social Media aktivieren: Aktivieren Sie Social Media, wenn Sie Inhalte in sozialen Netzwerken teilen möchten. Mit der Aktivierung von Social Media stimmen Sie zu, dass Daten an die Betreiber der sozialen Netzwerke übertragen werden. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.“

Zwei-Klick-Lösung nicht unbedenklich

Somit ist eine automatische Übersendung von Nutzerdaten zwar ausgeschlossen. Solche „Zwei-Klick-Lösung“ gelten aber nicht als unbedenklich. Datenschützer bemängeln das Fehlen einer vorausgehenden Information über die erhobenen personenbezogenen Daten, den Zweck ihrer Erhebung und ihre Empfänger.

Welche Zwecke an Facebook übertragen

Peek & Cloppenburg hat aber wie jeder andere Betreiber einer Website keinen Einfluss darauf, welche Daten zu welchen Zwecken an Facebook übertragen werden.

Like- und Share-Buttons entfernen

Das Online-Rechtsportal „eRecht24“ empfiehlt Betreibern von Webseiten, das von Facebook zur Verfügung gestellte Page-Plug-in sowie Like- und Share-Buttons, die per Plug-in eingebunden sind, von der Seite zu entfernen. Es sollten nur Tools verwendet werden, die keine personenbezogenen Daten übertragen.

 

Empfehlung der Redaktion

Sie möchten sich im Bereich der Geschäftsführung zu Themen wie Steuer, Arbeitsrecht, Lohn- und Gehalt aktuell auf dem Laufenden halten und das in kurzer und übersichtlicher Form? Arbeitshilfen direkt und unkompliziert in Ihrem Alltag integrieren? Klicken Sie auf ein passendes Produkt!

Autor: Franz Höllriegel

Produkte und Veranstaltungen

Produktempfehlungen