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24.05.2016

Cybercrime – Kluge Unternehmen sichern sich gegen Hackerangriffe

Policen für Risiken gegen Hackerangriffe und IT-Sicherheitsvorfälle.

Sicher ist sicher. Dumm nur, wenn einem das zu spät einfällt. Eine Versicherung im Nachhinein gibt es meistens nicht. Auch nicht bei der IT. Gerade hier aber ist man vor Überraschungen am wenigsten gefeit. Fachleute raten deshalb zum Abschluss einer Versicherung gegen Cybercrime.

New technology abstract hacker hacking security system© Lagarto Film /​ fotolia.com

… und plötzlich war der Strom weg

Man nehme ein ganz einfaches Beispiel (ich habe es als Textarbeiter oft genug erlebt, weiß also, worüber ich hier schreibe): Sie schreiben einen langen Text in Ihren PC. Plötzlich ist der Strom weg – und mit ihm Ihr schöner Text. Erfahrene Schreiber drücken deswegen während des Schreibens immer wieder die Tasten „strg s“ ⇒ Sichern.

Schutz gegen Überraschungen bei der IT

Und genauso machen es erfahrene Unternehmer zum Schutz gegen unerwünschte Überraschungen bei ihrer gesamten IT: Sie schließen eine Versicherung ab. Doch offenbar haben erst ziemlich wenige Unternehmen die entsprechenden Erfahrungen schon erlebt:

  • Nur jedes zehnte Industrieunternehmen (11 Prozent) hat in Deutschland eine Versicherung gegen Hackerangriffe und andere IT-Risiken abgeschlossen.
  • Weitere 9 Prozent planen den Abschluss einer Versicherung.
  • Immerhin: 26 Prozent diskutieren das zumindest.
  • Für fast die Hälfte der befragten Unternehmen (49 Prozent) aber ist eine Cybercrime-Police aktuell kein Thema.

Versicherung gegen Cybercrime sinnvoll

Das hat eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergeben. Befragt hatte man dabei 504 Unternehmen des produzierenden Gewerbes mit 10 Mitarbeitern und mehr. „Eine Versicherung gegen Cybercrime ist eine sinnvolle Ergänzung technischer und organisatorischer Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit“, sagt Marc Fliehe, IT-Sicherheitsexperte des Bitkom. Die Cybercrime-Police deckt seiner Ansicht nach das unvermeidbare Restrisiko digitaler Angriffe und IT-Störfälle ab.

Versicherung übernimmt Kosten bei Angriffen

Im Fall eines Angriffs übernimmt Fliehe zufolge die Versicherung eine Reihe von Kosten, wie zum Beispiel:

  • für die Reparatur von IT-Systemen oder
  • die Wiederherstellung von Daten,
  • in der Regel Schäden, die bei einer Betriebsunterbrechung entstehen.

Bedienungsfehler, technische Störungen

Neben externen Angriffen seien je nach Police auch Bedienungsfehler durch Mitarbeiter oder technische Störungen mitversichert. Neben der Versicherung von IT-Risiken könnten sich Unternehmen zudem gegen eigene Datenschutzverstöße absichern. Sinnvoll etwa, wenn absichtlich oder versehentlich personenbezogene Daten von Kunden oder anderen Geschäftspartnern in falsche Hände geraten.

Unterstützung im Krisenfall 

Neben der Übernahme der entstehenden Kosten bieten die Versicherer praktische Unterstützung im Krisenfall. „Wie bei einem Kfz-Schutzbrief können sich versicherte Unternehmen bei einem IT-Angriff rund um die Uhr an Sicherheitsexperten wenden, die sie beim Krisenmanagement unterstützen“, weiß Fliehe. IT-Forensiker und andere IT-Spezialisten könnten zum Beispiel einen Datenabfluss stoppen oder Maßnahmen gegen eine Denial-of-Service-Attacke einleiten.

Folgeschäden von IT-Angriffen

Darüber hinaus unterstützen Versicherer Unternehmen bei Folgeschäden von IT-Angriffen. Da geht es um gerichtliche Auseinandersetzungen, Verhinderung von Imageschäden oder zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit geht.

Drum prüfe, wer sich bindet

Doch Vorsicht! Unternehmen sollten beim Abschluss einer Cybercrime-Police prüfen, welches Service-Paket am besten zu ihnen passt. Neben Standardtarifen für kleinere Unternehmen prüfen die Versicherer bei größeren Kunden vor dem Abschluss eines Vertrages, welche Sicherheitsmaßnahmen bereits implementiert sind.

Vor und nach Abschluss: Prüfen und vergleichen!

Die Policen gibt es erst seit wenigen Jahren. Deshalb entwickelten die Versicherer die Produkte ständig weiter. Fliehe rät deshalb Unternehmen: „Vergleichen Sie die Konditionen und prüfen Sie regelmäßig alternative Angebote!“ Dann klappt es auch beim nächsten PC-Absturz, egal ob wegen eines Hackerangriffs oder wegen Stromausfalls.

 

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Autor: Franz Höllriegel 

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