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04.05.2016

Controlling nicht auf die leichte Schulter nehmen

Besonders betroffen Unternehmen des Garten- und Landschaftsbaus

Alle reden vom Wetter – vor allem in einigen Branchen wie dem Garten- und Landschaftsbau. Da muss man in acht oder zehn Monaten für das ganze Jahr wirtschaften – je nach Lage und Wetter eben. Ein vernünftiges Controlling mit Vor- und Nachkalkulation gerät da schon mal ins Hintertreffen.

verantwortungsvolle Unternehmensführung© weerapat1003 /​ fotolia.com

Das A und O im Unternehmen

Vor- und Nachkalkulation – im Unternehmen eigentlich das A und O. Sollte man meinen. Doch viele Unternehmer gerade in Garten- und Landschaftsbau vergessen durch das tägliche Tagesgeschäft die Notwendigkeit eines vernünftigen Controllings. Das berichtet Stefan Weiß, Bayreuth, vom Online-Portal „bi medien – GaLaBau“.

Gesamtsituation des Unternehmens übers Jahr

Oft werden demnach nur die einzelnen Baustellenergebnisse betrachtet. Die Gesamtsituation des Unternehmens über das ganze Jahr verschwinde aber aus dem Blickfeld. Am Jahresende komme dann das „böse oder manchmal auch das gute Erwachen“, schreibt Weiß.

Jahresumsatz in wenigen Monaten erwirtschaften

Die Herausforderung im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau: je nach örtlicher Lage müssen Unternehmen hier in nur acht bis zehn Monaten den Umsatz für das gesamte Jahr erwirtschaften. Vor allem das saisonbedingte Geschäft der Branche mache sich hier bemerkbar. In den Hauptsaisonzeiten werden unproduktive Monate im Winter, Sommerlöcher oder Urlaubswochen unterschätzt. Kommt hinzu ein bisweilen mangelndes Vertrauen in Hard- und Software für die Bereitstellung benötigter Zahlen.

Hindernisse für das Controlling

Weiß definiert eine Reihe von Fehlerquellen, denen das Controlling im Unternehmen zum Opfer fallen kann, z.B.:

  • Zeitfaktor: Bei kleineren Firmen arbeitet der Unternehmer auf der Baustelle tatkräftig mit, ganztags und auch am Wochenende. Für Büroarbeit bleibt dann allenfalls das Wochenende oder ein Tag in der Woche.
  • Falsche Kalkulationsansätze: Baustellenmittellohn und Verrechnungssatz weisen mitunter gravierende Fehler auf bei Lohnnebenkosten und nicht ermittelten Gemeinkosten.
  • Fehlende Kennzahlen: Ohne sie fehlt die Vergleichsmöglichkeit mit gleichgestellten Unternehmen. Missstände werden erst bei fehlender Liquidität erkannt und dann muss schnell reagiert werden. Folge: der tägliche Betriebsablauf wird gehemmt.

Zu niedrige Löhne kalkuliert

Ein weiteres Problem sieht Weiß zudem darin, dass viel zu niedrige Verrechnungs- oder Baustellenmittellöhne einkalkuliert werden. Bei Tariflöhnen liege man schnell bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 15 Euro und mehr.

Empfehlung von Branchenverband

Zu den Lohnnebenkosten gibt der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau jährlich eine Empfehlung heraus. Weiß: „In der Berechnung habe ich als Grundlage einen Mittellohn in Höhe von 15,50 Euro angesetzt.“ Für Lohnnebenkosten würden 90 Prozent, für Gemeinkosten 45 Prozent und für den Gewinn drei Prozent aufgeschlagen.

 

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Autor: Franz Höllriegel
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