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12.10.2016

Brexit − Unternehmer sollen Wechselstrategien überlegen

Brexit könnte „Limited“ in Deutschland Probleme bereiten

Unternehmen begrenzen in Deutschland ihre Haftung oft als GmbH. Doch dafür müssen sie einiges Stammkapital vorhalten. Wer das nicht kann oder will, der wählt als Unternehmensform die britische „Limited“ („Ltd.“). Ein Work-around mit Verfallsdatum. Der Brexit stellt auch hier die Weichen neu.

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Schockwellen des Brexits

Unternehmensführung/Management.  In Bayern gehen die Uhren anders. Oder die Schockwellen des durch das Brexit-Votum verursachten medialen Vorbebens sind einfach noch nicht bis in die abgelegenen Gegenden des Freistaates in der sonst vernehmbaren Heftigkeit vorgedrungen.

Keine Aufregung im bayerischen Mittelstand

Fakt ist: der bevorstehende Brexit löst im bayerischen Mittelstand bislang jedenfalls noch keine besondere Aufregung aus. So das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Hochschule München im Auftrag des BDS Bayern unter über 800 bayerischen Selbständigen aus allen Branchen des Freistaates. Danach erwarten:

  • etwa 84 Prozent der Befragten gar keine,
  • etwa ein Achtel negative und
  • etwa vier Prozent sogar positive Auswirkungen.

Wirtschaftsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich

Etwa 60 Prozent der Befragten sind entweder gar nicht international tätig (ca. 30 Prozent) oder unterhalten keine ausdrücklichen Wirtschaftsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich (ca. 20 Prozent). Die Erwartung negativer Auswirkungen wird vor allem mit besonderen Geschäftskontakten begründet (ca. zwölf Prozent), aber auch mit der allgemeinen Verunsicherung und möglichen negativen gesamtwirtschaftlichen Folgen.

Betriebsgröße, Branchenzugehörigkeit und Brexit

Über die Rechtsformen der antwortenden Unternehmen und einen Bezug zur jeweiligen Haltung zum Brexit trifft die Studie keine Aussagen. Jedoch zu ihrer Größe. Je größer der Betrieb, desto negativer sieht man dem Brexit entgegen. Ganz kleine Unternehmen und Selbständige erwarten häufiger als größere Betriebe positive Auswirkungen. Ähnlich die Auswertung der Branchenzugehörigkeit: Die Industrie sieht mit etwa 30 Prozent relativ häufig negative Auswirkungen, Handwerk und Bau mit etwa sieben Prozent am wenigsten.

Haftungsschutz bei niedrigerem Stammkapital

Diese Werte könnten mit Hinblick auf deutsche Unternehmen in der Rechtsform einer britischen Limited zu denken geben. Gegründet wurden diese Gesellschaften häufig, um einen der GmbH vergleichbaren Haftungsschutz ohne das vergleichsweise hohe notwendige Stammkapital einer GmbH, schreibt der Newsletter für Steuervorteile „GmbH-Brief AKTUELL“ in seiner jüngsten Ausgabe (13/2016 Oktober).

Europäische Verträge

Derzeit sei die Rechtsform „(englische) Limited (Ltd.)“ mit Verwaltungssitz in Deutschland zwar noch nicht gefährdet. Im Rahmen der bestehenden europäischen Verträge könne eine in England gegründete Limited in Deutschland ihren Verwaltungssitz haben. Daran könnten weder Brexit-Votum noch ein wahrscheinliches Austrittsersuchen aus der EU etwas ändern.

May: Start Austrittsverhandlungen bis März

Die britische Premierministerin Theresa May hat die Aufnahme der Austrittsverhandlungen bis Ende März 2017 angekündigt. Dabei gilt es genau aufzupassen. Wird das bestehende Abkommen zur „Niederlassungsfreiheit“ nicht in Einzelverträgen neu geregelt und damit der Brexit wirksam, wird, so „GmbH-Brief AKTUELL“, die englische Limited in Deutschland ihren Charakter als „Kapitalgesellschaft“ verlieren.

Umstiegs-Stragie entwickeln – jetzt

Die Rechtsform „Limited“ ist keine deutsche Rechtsform für eine Kapitalgesellschaft. Die Gesellschafter verlieren ihren Haftungsschutz. Sie werden persönlich haftende Gesellschafter, vergleichbar mit einem Einzelunternehmen, einer GbR oder OHG – samt aller steuerlichen Konsequenzen, die in dem Newsletter-Beitrag nebst möglichen Umstiegs-Szenarien genannt werden. Darin wird betroffenen Unternehmen geraten, eine Strategie für den schlimmsten Fall zu entwickeln – je eher, desto besser.

 

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Autor: Franz Höllriegel 

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