05.04.2018

Braucht Ihr Unternehmen ein Tax-Compliance-System?

Ein System, welches die Einhaltung von steuerlichen Pflichten sicher stellt, wird als Tax-Compliance-System bezeichnet. Gemeint sind standardisierte Prozesse im Unternehmen, die gewährleisten, dass im Unternehmen alle steuerlich relevanten Vorgaben bekannt sind und danach gehandelt wird.

Steuertipps

Wirkung des Tax-Compliance-Systems (TCS)

Erhält die Finanzverwaltung eine Korrektur, muss sie entscheiden, ob es sich dabei um eine Fehlerkorrektur, eine einfache Korrekturmaßnahme, eine bußgeldbefreiende Anzeige oder um eine strafbefreiende Selbstanzeige handelt.
Das Bundesfinanzministerium hat deshalb mit BMF-Schreiben vom 23.05.2016 (Az.: IV A 3 – S 0324/15/10001IV A 4 – S 0324/14/10001) versucht, die Abgrenzungskriterien zu verdeutlichen.

Als Ergebnis erläutert das BMF-Schreiben wie folgt: „Haben Sie ein innerbetriebliches Kontrollsystem eingerichtet, das der Erfüllung der steuerlichen Pflichten dient, kann dies […] gegen das Vorliegen eines Vorsatzes oder der Leichtfertigkeit sprechen […].“

Die Einrichtung eines Tax-Compliance-Systems kann Sie also vor der Annahme und den Folgen einer Steuerstraftat schützen.

Internet-Tipp

Das Positionspapier des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) zur Ausgestaltung eines TCS finden Sie unter:
https://www.idw.de/blob/90012/9013892a6abf0b25485ebcf0a21f9fe9/down-idw-praxishinweis-tax-compliance-data.pdf

Auch für kleinere Unternehmen wichtig

Die Einrichtung eines an die Unternehmensgröße angepassten Tax-Compliance-Systems (TCS) ist auch für kleinere Unternehmen wichtig. Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat inzwischen zur Ausgestaltung eines entsprechenden Systems Stellung bezogen.

Kernelemente eines TCS, die besonders für kleinere Unternehmen interessant sind, können sein:

  • Erstellung von Richtlinien und fachlichen Anweisungen,
  • Bereitstellung von Checklisten,
  • Schulungen,
  • Kommunikation von Rechtsänderungen,
  • Zuständigkeitsregeln,
  • Funktionstrennungen,
  • Vertretungsregelungen,
  • Unterschriftsregelungen,
  • Berechtigungskonzepte (z. B. Zugriff auf Daten, Akten etc.),
  • Dokumentationsanweisungen,
  • Beschreibung der Aufgaben, die auf externe Dienstleister übertragen werden,
  • usw.

 

Hinweis der Redaktion

Dieser Beitrag stammt aus dem Steuersparbrief AKTUELL“ (03-2018).

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Autor: Joachim Welper (Dipl.-Betriebswirt, Steuerberater, Business Coach, langjähriger Autor im Bereich Unternehmensführung)