Fachbeitrag | Management
20.10.2015

Besinnung auf traditionelle Werte

Ausbildungsexpertin rät traditionelle Werte wie Höflichkeit und Pünktlichkeit.

Werte werden an der Börse gehandelt. Viele, die von „Werten“ reden, meinen eigentlich „Tugenden“ – Eigenschaften von Mitarbeitern nämlich, die für die Arbeitswelt „taugen“ wie Höflichkeit, Pünktlichkeit oder Zuhören. Und zur Besinnung darauf raten im Gewirr moderner Erfordernisse von Digitalisierung und Flexibilisierung Ausbildungsexperten.

soziale Kompetenz© Trueffelpix /​ fotolia.com

Glänzen mit Klassikern

Berlin. 19. Oktober 2015 – „Mit den Klassikern kann man immer glänzen.“ Höflichkeit, Pünktlichkeit oder die Fähigkeit, andere aussprechen zu lassen und zuzuhören, hätten noch immer einen großen Stellenwert – ja fast einen noch größeren als das Schulzeugnis, berichtet die DIHK-Ausbildungsexpertin Ulrike Friedrich.

Gewandelte Arbeitswelt

Die Arbeitswelt habe sich gewandelt; Entwicklungen wie Digitalisierung und Flexibilisierung beeinflussten auch das soziale Miteinander im Betrieb. Ganz neue Spielregeln sind nach Einschätzung Friedrichs aber nicht erforderlich.

Wachsender Fachkräftebedarf

In Zeiten wachsenden Fachkräftebedarfs schauten viele Unternehmen bei den Noten heute ohnehin nicht mehr ganz so genau hin wie früher. Schließlich gelte: „Mathe und Deutsch kann man üben. Aber wenn es an den sozialen Kompetenzen hapert, ist das später schwer nachzuholen.“

Schlabberpullis und Rundhals-T-Shirts

Wenn Führungskräfte ihre Mitarbeiter nicht mehr auf Kunden loslassen wollen, weil deren Schlabberpullis und Rundhals-T-Shirts zu peinlich sind, suchten sie auch Rat bei speziellen Trainern wie Susanne Beckmann, schreibt die „Welt“. In Seminaren bringt die Expertin für Stil und Etikette Chefs und Arbeitnehmern aller Altersgruppen bei, wie sie mit gutem Ton und gefälligem Äußeren im Berufsalltag punkten können. Die Nachfrage sei in den vergangenen Jahren spürbar gewachsen, zitiert die Zeitung Beckmann.

Grundregeln fürs Miteinander kommen zu kurz

Schon in der Erziehung kämen in vielen Familien wichtige Grundregeln fürs Miteinander zu kurz. Ungepflegte Kleidung, Verspätungen am Arbeitsplatz, mangelnde Tischmanieren oder unangemessenes Verhalten in Gesprächen mit Vorgesetzten seien keine Seltenheit, heißt es in dem Bericht.

Hände in den Hosentaschen

Die Probleme offenbarten sich dabei längst nicht nur bei jungen Leuten, so Beckmann. Ob es der Geschäftsführer ist, der im schlecht sitzenden Sakko mit den Händen in den Hosentaschen eine Rede vor 200 Menschen hält, oder die Managerin, die nicht richtig mit Messer und Gabel umgehen kann – Stolperfallen lauerten in allen Hierarchiestufen.

Veränderte Anforderungen an Mitarbeiter und Führungskräfte

Gute Umgangsformen brauche es gerade auch in der neuen Arbeitswelt mit ihren veränderten Anforderungen an Mitarbeiter und Führungskräfte, berichtet die Zeitung aus einer Antwort des Konzerns Siemens. Viele Beschäftigte seien es heute gewohnt, sich in sozialen Netzwerken auszutauschen – und wollten im Job nicht länger per Anweisung von oben Arbeit aufgedrückt bekommen, sondern mitreden und auch an Entscheidungen beteiligt werden.

Kooperativ bis demokratisch, nicht mehr autoritär

Der moderne Chef führe „kooperativ bis demokratisch und nicht mehr autoritär“. Seine Mitarbeiter sehe er tendenziell seltener, weil sie zunehmend mobil und zu flexiblen Zeiten arbeiten – all das erfordere mehr kommunikativen Austausch als im starren Bürojob früheren Zuschnitts. Wer arbeitet gerade woran, wer ist auf Dienstreise und im Homeoffice, welche Aufgaben stehen bei dem wichtigen Projekt gerade an – all das müsse täglich und im möglichst kollegialen Miteinander justiert werden.

Eben noch auf der Uni, jetzt schon auf dem Chefsessel?

Christa Stienen, Vizepräsidentin des Bundesverbands der Personalmanager, zufolge seien viele Absolventen heute außergewöhnlich gut ausgebildet. In der Folge könne Selbstüberschätzung ein Problem sein. „Mancher will sofort die ganze Organisation umkrempeln, oder er hat die Vorstellung, gleich CEO zu werden“, kommt Stienen in dem Bericht zu Wort. Wo Praxiserfahrung und die Bereitschaft fehlen, sich auf die Unternehmenskultur einzulassen, rät Stienen, sich die Zeit zu nehmen und erst einmal in der Unternehmenskultur zurechtzufinden.

Autor: Franz Höllriegel 

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