15.02.2017

Beschäftigung – Zuwachs je nach Branche

Unternehmen blicken zuversichtlich ins gerade begonnene Jahr Die Wirtschaft brummt, die Auftragsbücher sind voll. Um die Aufträge abzuarbeiten, braucht es Personal. Unternehmen wollen vermehrt einstellen. Doch am Horizont gibt es auch etwas dunklere Wolken.

Wachstum

Konjunkturumfrage

Bislang trotzt die Wirtschaft den internationalen politischen Umwälzungen. Die Geschäftslage der Unternehmen ist auf Rekord-Niveau – besser, als im Herbst erwartet. Das zeigt die DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2017. Insbesondere die Lageeinschätzungen der Industrie hellen sich demnach auf. Sie profitiert vom Anziehen der globalen Nachfrage.

Zunehmende Beschäftigung

Auch Handel und Dienstleister sind zufriedener. Zunehmende Beschäftigung und steigende Löhne kommen Einzel- und KFZ-Handel zugute. Der Wohnungsbau wird zusätzlich durch das niedrige Zinsniveau befeuert. Die saisonübliche Eintrübung im Baugewerbe fällt daher weitgehend aus. Selbst die Einschätzungen der Finanzwirtschaft verbessern sich wieder etwas.

Positive Geschäftserwartungen

Die Unternehmen blicken zuversichtlich auf das Geschäftsjahr 2017. Die Erwartungen hellen sich wieder auf. Treiber sind vor allem Industrie und Bau. Exportbetriebe setzen darauf, dass der Welthandel seine Schwächephase vorerst überwindet.

Negativ Faktoren

Allerdings nennen wieder mehr Betriebe das Geschäftsrisiko „Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen“. Auch die Sorgen um die Energie- und Rohstoffpreise wachsen deutlich. Für die Betriebe sind sie ein Kostenfaktor. Zudem fallen die Kaufkraftzuwächse der Verbraucher nicht mehr ganz so hoch aus wie in den Vorjahren. Daher steigt der Optimismus in konsumnahen Branchen kaum noch.

Einstellungsabsichten

Der Beschäftigungsaufbau geht in sein zwölftes Jahr. Branchenübergreifend steigen die Einstellungsabsichten der Betriebe nochmals an. Der Boom im Wohnungs- und Infrastrukturbau gibt den Personalplänen der Bauunternehmen Schub. Auch Industrie und Dienstleister planen Zuwächse.

Fachkräftemangel

Insgesamt ist allerdings zunehmend fraglich, ob die Betriebe ihre Einstellungspläne umsetzen können. In wissensintensiven Branchen, aber auch im Bau- oder Gastgewerbe verschärft sich der Fachkräftemangel.

Planungseinschränkung

Bremssignale kommen aus einigen binnenorientierten Branchen. So schränken Einzelhandel und Konsumgüterhersteller ihre Personalpläne ein. In der Finanzwirtschaft erreichen sie ein Rekordtief.

Einstellung zusätzlichen Personals

Von Planungen der deutschen Wirtschaft zur Einstellung zusätzlichen Personals berichtet auch das ifo Beschäftigungsbarometer. Aber der Anstieg ist demnach weniger stark als zuletzt. Das Barometer sank im Januar auf 110,7 Punkte von 111,8 Punkten im Vormonat. Gleichwohl wird der Beschäftigungszuwachs in der deutschen Wirtschaft  2017 weitergehen, sind die Forscher überzeugt.

Anstieg im Bauhauptgewerbe

Nach zuletzt starkem Anstieg im Bauhauptgewerbe und im Dienstleistungssektor gab das Barometer in diesen Branchen etwas nach. Jedoch wird weiterhin neues Personal gesucht. Gleiches gilt auch für den Handel. Einzig in der Industrie hat das Beschäftigungsbarometer angezogen. Vor dem Hintergrund steigender Exporterwartungen suchen immer mehr Firmen zusätzliche Mitarbeiter.

Alternative – freie Mitarbeiter?

Die Einstellungsbereitschaft dürfte künftig zumindest in einigen Branchen weiter abnehmen. Vor allem in neueren Wirtschaftszweigen ist es mittlerweile üblich, bestimmte Tätigkeiten durch freie Mitarbeiter durchführen zu lassen. Doch auch für klassische Unternehmen kann diese Form der Beschäftigung eine sinnvolle Alternative zum Arbeitsverhältnis sein. Wann das der Fall ist, steht in der neuen Ausgabe von „Personaltipp AKTUELL“ (02/2017 Februar).

 

Autor: Franz Höllriegel