02.01.2018

Bemessungsgrenzen für Sozialversicherung steigen

Nächstes Jahr steigen die Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung. Davon betroffen sind vor allem Gutverdiener. Auch die Versicherungspflichtgrenze steigt an. Der Wechsel in die private Krankenversicherung wird für viele schwerer.

Einkommensnachweis, Sozialversicherung

Maßgebliche Rechengrößen der Sozialversicherung

Das Kabinett hat bereits im September die Verordnung über die Sozialversicherungsrechengrößen 2018 beschlossen. Mit der Verordnung werden die maßgeblichen Rechengrößen der Sozialversicherung gemäß der Einkommensentwicklung turnusgemäß angepasst. Wie jedes Jahr werden die Werte auf Grundlage unveränderter gesetzlicher Bestimmungen mittels Verordnung festgelegt. Einfluss auf die Sozialversicherungsgrößen für 2018 hat die Einkommensentwicklung im Jahr 2016. Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales stiegen Löhne und Gehälter im Bundesgebiet um 2,42 Prozent. Dieser Anstieg wird bei der Festsetzung der Beitragsbemessungsgrenzen in der gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung berücksichtigt.

Stiftung Warentest zu Beitragsbemessungsgrenzen

Wie die Stiftung Warentest mitteilt, steigt die Beitragsbemessungsgrenze der Kranken- und Pflegeversicherung von 4.350 Euro auf 4.425 Euro pro Monat oder 53.100 Euro im Jahr (2017: 52.200 Euro). Dadurch erhöht sich die Grenze, bis zu der Arbeitnehmer Beiträge auf ihr Einkommen zahlen, um 75 Euro. Wer mehr verdient, muss trotzdem nicht mehr Beitrag zahlen. Beiträge oberhalb der Bemessungsgrenze sind gedeckelt. Auch in der Arbeitslosen- und Rentenversicherung erhöhen sich diese Grenzen. Sie steigen laut Sozialministerium im Westen um 150 Euro auf 6.500 Euro monatlich und um 100 Euro auf 5.800 Euro im Monat in den ostdeutschen Bundesländern. Dadurch zahlen vor allem Gutverdiener künftig etwas mehr: Knapp 13 Euro im Monat im Osten und 19 Euro monatlich im Westen.

Arbeitnehmeranteil an den Sozialabgaben

Sozialbeiträge sind die Beiträge für die gesetzliche Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung. Sie zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte. Mit einer Ausnahme: In der Krankenversicherung teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber nur den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent. Hinzu kommt je nach Krankenkasse eventuell ein Zusatzbeitragssatz, der aber vom Arbeitnehmer allein gezahlt wird. In ihre Berechnungen hat die Stiftung Warentest den durchschnittlichen fiktiven Zusatzbeitragssatz in die Berechnung einbezogen. Er beträgt demnach 2017 1,1 Prozent, wird aber 2018 um 0,1 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent abgesenkt. Er wird jedes Jahr vom Bundesgesundheitsministerium festgelegt und gilt etwa für:

  • Geringverdiener,
  • Azubis mit einem Arbeitsentgelt von 325 Euro monatlich und
  • Bezieher von Arbeitslosengeld II.

Weicht eine Krankenkasse bei der individuellen Festlegung von diesem Zusatzbeitragssatz ab, kann es für Versicherte günstiger oder auch teurer werden.

Wechsel in die private Krankenversicherung

Gesetzlich Krankenversicherte können ab dem kommenden Jahr erst in die private Krankenversicherung wechseln, wenn sie mehr als 4.950 Euro im Monat beziehungsweise 59.400 Euro im Jahr verdienen. 2017 reichte für den Wechsel noch ein Bruttomonatsgehalt von 4.800 Euro monatlich aus. Privat Versicherten rät die Stiftung, mit einem Beitragsentlastungstarif dafür zu sorgen, dass die Beitragslast im Alter nicht zu hoch wird.

Beitragsfalle bei Beschäftigung von Studenten

Eins bleibt auch im nächsten Jahr gleich: Wer Studenten nebenher abhängig für nicht mehr als 20 Stunden beschäftigt, für den fallen keine Beiträge zur Sozialversicherung an – grundsätzlich. Doch Vorsicht! „Meisterbrief AKTUELL“ (16/2017) warnt hier vor einer „Beitragsfalle“. Soviel schon jetzt vorab: Arbeitgeber sollten sich bei der Neueinstellung von Studenten die Vorbeschäftigungszeiten der letzten zwölf Monate schriftlich belegen lassen. Alles weitere Wissenswerte hierzu in dem Wirtschaftsbrief für das Deutsche Handwerk.

 

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Autor: Franz Höllriegel