Fachbeitrag | Steuern
09.09.2015

Bei falscher Rechnungsstellung drohen empfindliche Nachteile

EuGH will rückwirkende Rechnungskorrektur klären.

Eine falsch ausgestellte Rechnung kann böse enden – für ihren Aussteller. Die gute Nachricht: Man kann sie noch nachträglich korrigieren. Die schlechte: Bislang wirkt eine solche Korrektur nicht zurück. Mit möglicherweise erheblichen finanziellen Nachteilen. Ein derzeit vor dem Europäischen Gerichtshof anhängiger Fall soll Klärung bringen. Was bis dahin zu beachten ist, hat der „SteuerSPARBrief“ aufgelistet.

Rechnungsempfänger© Andrey Popov /​ fotolia.com

Teure Fehltritte bei der Rechnungsstellung

Mit satten sechs Prozent lässt sich der Fiskus Fehltritte bei der Rechnungsstellung bezahlen – pro Jahr. So hoch fallen regelmäßig die Nachzahlungszinsen für die Kürzung der Vorsteuer aus, die die Finanzbehörden verlangen. Für Unternehmen stehen so schnell erhebliche Summen im Raum, berichtet „SteuerSPARBrief“ (11/2015).

Hoffnung auf EuGH

Betroffene Unternehmen können dem Bericht zufolge jedoch auf ein positives Urteil des Europäischen Gerichtshofs hoffen. Es soll die Bedingungen einer rückwirkenden Rechnungskorrektur klären. „SteuerSPARBrief“ rät: „Legen Sie daher unter Hinweis auf das anhängige EU-Verfahren Einspruch gegen die Zinsfestsetzung ein.“

Auswirkungen für Rechnungssteller und Rechnungsempfänger

Zu falsch ausgestellten Rechnungen kommt es immer wieder. Schnell schlichen sich auf Rechnungen Fehler ein. Mit weitreichenden Auswirkungen für Rechnungssteller und Rechnungsempfänger. Der Bericht listet die zahlreichen Pflichtangaben auf, die das Umsatzsteuergesetz (UStG) für Rechnungen verlangt. Werden diese Vorgaben nicht eingehalten, könne der Rechnungsempfänger keinen Vorsteuerabzug geltend machen.

Drei besonders tückische Rechnungsfallen

„SteuerSPARBrief“ weist auf drei besonders tückische Rechnungsfallen hin. Ganz oben steht dabei der Ärger mit Thermopapier-Belegen. Wie jeder sicher schon einmal festgestellt hat, verblassen sie bereits nach wenigen Jahren. Sie werden vielfach bei Barverkäufen, wie etwa beim Tanken, Parken, Bewirtung, in Supermärkten oder Baumärkten, ausgestellt.

Rechnung muss zehn Jahre lesbar sein

Der Inhalt einer Rechnung muss aber zehn Jahre aufbewahrt werden – und natürlich auch lesbar sein. Ist er es nicht, können Vorsteuer- und Betriebsausgabenabzüge rückwirkend aberkannt werden. Abhilfe schafft „SteuerSPARBrief“ zufolge eine Kopie auf länger haltbarem Papier. Das sei nach Abschnitt 14b.1 Abs. 5 Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE) erlaubt.

Vier Sonderfälle beim Lieferdatum

Eine andere Falle ist der Leistungszeitpunkt. Seit 2004 müssen Rechnungen diesen enthalten. Fehlt er oder ist er fehlerhaft, entfalle der Vorsteuerabzug. „SteuerSPARBrief“ listet vier Sonderfälle beim Lieferdatum auf, auf die Betriebsprüfer ganz besonders achten.

Fehler bei der Umsatzsteuer

Schließlich kommt es gern zu Fehlern bei der Umsatzsteuer. Der Bericht nennt sechs dafür mögliche Gründe. Ohne korrekte Rechnung kann aber der Leistungsempfänger keinen Vorsteuerabzug in Anspruch nehmen. Deshalb werde er fehlerhafte Rechnungen beim Leistungserbringer reklamieren. Der Rechnungssteller muss die Rechnung korrigieren. Wenn bis dahin bereits Jahre ins Land gegangen sind, kann dies zu einem Ding der Unmöglichkeit werden. Was dann zu tun ist, genauso wie eine Checkliste für eine korrekte Rechnungsstellung im neuen „SteuerSPARBrief“.

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Autor: Franz Höllriegel
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