News | Management
03.06.2016

Bayerische Unternehmen fordern bessere Infrastruktur

Der Wirtschaftsmotor im Vorzeigeland zwischen Lederhose und Laptop beginnt zu laufen, doch er droht im Stau stecken zu bleiben, warnen Experten. Hauptsorge: Breitbandanbindung, Energieinfrastruktur, Verkehrspolitik.

Abstract illustration with logistics infrastructure© madpixblue /​ fotolia.com

Schwachpunkte in Franken und Oberpfalz

Besondere Unzufriedenheit herrscht bei Bayerns Unternehmen über die Breitbandanbindung in:

  • Mittelfranken mit einer durchschnittlichen Schulnote von 3,13 und
  • der Oberpfalz von 3,03,

über das Mobilfunknetz in

  • Niederbayern (2,77) und
  • Oberbayern (2,71),

über die Energieinfrastruktur

  • in der Oberpfalz (2,68) und
  • Oberfranken (2,55)

und über die Verkehrspolitik in

  • der Oberpfalz (2,65) und
  • Oberbayern (2,63).

München und Unterfranken vorn

Wenig überraschend ist, dass die Infrastruktur Münchens durchweg positiv abschneidet. Ähnlich Werte wie in München finden sich noch in Unterfranken. Aber sonst? Dabei läuft es schon nicht schlecht, wie der branchenübergreifende Bund der Selbständigen (BDS) jetzt in einer repräsentativen Umfrage unter seinen 16.000 bayerischen Mitgliedsunternehmen herausfand, vor allem kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern.

Erwartungshaltung des kleinen Mittelstands in Bayern

Die Studie ermöglicht einen Einblick in die wirtschaftliche Entwicklung und die Erwartungshaltung des kleinen Mittelstands in Bayern. Kleine und Mittelständische Unternehmen sind deutschlandweit für knapp 60% der Arbeitsplätze und mehr als 35% der Umsätze verantwortlich.

Wirtschaftliche Kerndaten der Selbständigen

Dabei zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend bei den wirtschaftlichen Kerndaten der Selbständigen. Bereits im vergangenen Jahr war der BDS Geschäftsklimaindex gestiegen. „Und er steigt weiter“, wie die Meinungsforscher erwarten. Damit befinde sich der kleine Mittelstand Bayerns in der zweitbesten Geschäftslage seit der Finanzkrise 2008/09. Der Anteil der Unternehmen mit einer schlechten Geschäftslage bleibe zwar gleich. Jedoch beurteilen viele Selbständige ihre Geschäftslage nicht mehr mit „befriedigend“ sondern positiv.

Geschäftserwartungen überdurchschnittlich

Unterdessen nehmen die Geschäftserwartungen deutlich zu. Insgesamt liegt hier ein „überdurchschnittlich“ positiver Wert vor. In wieweit die Politik in Bund und Land diese Haltung beflügelt, wurde von den Unternehmern unterschiedlich bewertet. Deren Benotung fällt etwas besser aus als im vergangenen Jahr:

  • Die Bundesregierung bekommt im Mittel eine 3,5,
  • die Bayerische Staatsregierung eine 3,0.

Staatsregierung Unterfranken top, München flopp

Die traditionell bessere Bewertung der Landespolitik baute ihren Abstand zur Bundesbewertung damit von 0,38 auf 0,51 Notenstufen aus. Am besten schnitt die Staatsregierung in Unterfranken mit 2,84 ab, am schlechtesten in München mit 3,27. Dabei zeigte sich auch ein Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit mit der Infrastruktur und der Wirtschaftspolitik der Landesregierung.

Landesregierung und Gemeinden für Infrastrukturmängel verantwortlich

Die Verantwortung für Infrastrukturmängel wird vor allem bei der Landesregierung und den Gemeinden verortet. Lediglich beim Teilbereich Verkehr wird ein verstärktes Engagement der Privatwirtschaft gewünscht. „Bayerns Wirtschaft gewinnt weiter an Fahrt“, fasst Marco Altinger, Präsident des BDS Bayern die Studie zusammen. Langfristig müsse man aber aufpassen – sonst könnte es damit enden, dass sie im Stau stecken bleibt.

 

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Autor: Franz Höllriegel

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