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05.05.2015

Bahnstreik kostet gut eine halbe Milliarde

Alle reden vom Wetter – die Bahn nicht. Sie streikt. Unternehmen und Lokführer können sich nicht einigen. Diese Woche stehen die Bahnräder still. Ausbaden müssen werden es vor allem Unternehmen in Deutschland. Sie sind auf funktionierende Logistikwege angewiesen. Forschungsinstitute rechnen mit Schäden von insgesamt gut einer halben Milliarde Euro für die Unternehmen.

Zug fällt aus©[mitifoto] /​ fotolia.com

Extrem hohe Kosten des Lokführerstreiks

Berlin. 4. Mai 2015 – Die Kosten des Lokführerstreiks werden extrem hoch sein. Vor allem für die deutschen Unternehmen. Das berichtet die ARD heute Morgen unter Berufung auf eine Berechnung des Instituts der Deutschen Wirtschaft. Danach werden in den ersten drei Tagen pro Streiktag Kosten von 50 Millionen Euro anfallen, insgesamt also rund 150 Millionen Euro. Die Schätzwerte stammen vom Institut der Deutschen Wirtschaft und dem DIHK.

Transportintensive Branchen auf Bahn angewiesen

Zum Beispiel seien transportintensive Branchen wie Stahl und Chemie auf funktionierende Transportwege angewiesen. Hier würden ständig neue Waren und Rohstoffe meist in letzter Minute angeliefert.

Ab Streiktag 4 wird es besonders heftig

Vom vierten Streiktag an würde es dem Bericht zufolge erst richtig teuer. Dann würden sich die Kosten pro Streiktag auf 100 Millionen Euro verdoppeln. Grund dafür sei, dass noch weniger Waren als in den Tagen zuvor auf Vorrat lägen und die Unternehmen entsprechend stärker auf den Warentransport angewiesen seien – und damit auf die Bahn. Immerhin würden über 17 Prozent der Gütertransporte in Deutschland über die Schiene abgewickelt, etwa zwei Drittel davon mit der Deutschen Bahn.

Bahntransport ökologisch sinnvoll

Das sei, so ARD-Kommentator Klaus-Rainer Jackisch, „ökologisch sehr sinnvoll“, aber es funktioniere eben nicht, wenn sich hier „eine Spartengewerkschaft und ein Unternehmen nicht einigen können“.

Bahnstreik Mitte April war bereits teuer

Zusammen gerechnet sei mit Kosten für die Wirtschaft von rund 450 Millionen Euro zu rechnen. Da sind noch nicht einmal die Kosten eingerechnet, mit denen der Lokführerstreik Mitte April bereits die Unternehmen belastet hat. Auch da rechnete der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) für den damals auf insgesamt 66 Stunden angesetzten Streik beim Güterverkehr mit Einbußen bei den Unternehmen von weit mehr als 100 Millionen Euro.

Schweitzer: „Schäden von einer halben Milliarde Euro“

DIHK-Präsident Eric Schweitzer heute Morgen gegenüber „WEKA-Unternehmensführung“: „Der Bahnstreik kostet die Wirtschaft nicht nur Nerven, sondern richtig Geld. Wenn der Streik wie angekündigt sechs Tage dauert, kommt die Lieferkette ins Stocken. Lager laufen leer, die Produktion stottert, es kann sogar zu Produktionsausfällen kommen. Alles in allem drohen Streikkosten von einer halben Milliarde Euro.“

Streik im Güterverkehr ab dem 5. Mai

Ab dem 5. Mai um 15 Uhr will die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) zunächst den DB-Güterverkehr und bereits ab in der Nacht um 2 Uhr an auch den DB-Personenverkehr bestreiken. Das teilt die Gewerkschaft in einer Presseerklärung vom gestrigen Sonntag mit.

Ergebnisloses Spitzengespräch

Sie begründet den Streik damit, dass das Spitzengespräch am 29. April 2015 ergebnislos verlaufen sei. Die DB-Verhandlungsführer hätten es abgelehnt, mit ihr Tarifverträge abzuschließen, die für alle GDL-Mitglieder des Zugpersonals in den Eisenbahnverkehrsunternehmen der DB gelten.

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