21.07.2015

BA fordert Blue Card für Asylanten

Arbeit auch für hochqualifizierte Flüchtlinge Die Klagen vieler Unternehmen über den Arbeitskräftemangel in Deutschland scheinen erhört zu werden. Anlass bietet der aktuelle Zustrom hochqualifizierter Asylbewerber. Ihn will der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA) für den Arbeitsmarkt nutzen.

Fachkräfte

Anwerbung von Fachkräften

Nürnberg. 21. Juli 2015 – Eine „Blue Card“ soll zur Anwerbung von Fachkräften von außerhalb der EU herangezogen werden. Nach einem Vorschlag aus der Bundesagentur für Arbeit soll sie auch hochqualifizierten Flüchtlingen zugutekommen.

Status der zugewanderten Fachkraft

Diese Flüchtlinge sollten mit ihren Familien aus dem Asylverfahren herausgehen können. Über die „Blue Card“ sollen sie den Status der zugewanderten Fachkraft erlangen, sagte BA-Vorstand Raimund Becker der „Rheinischen Post“. Unter den Flüchtlingen befänden sich Hochqualifizierte wie Ärzte und Ingenieure, sagte Becker.

Möglichkeit zum Spurwechsel

„Für diese Fälle benötigen wir die Möglichkeit zum Spurwechsel“, zitiert das ZDF aus dem Interview mit Becker. Dazu gehörten bürokratische Hürden abgebaut. „Um einen solchen Antrag zu stellen, müssten sie nach deutschem Recht zunächst zurück in ihr Heimatland, um dort ein spezielles Visum zu beantragen. Wenn sie vor Krieg und Verfolgung geflüchtet sind, ist das eine absurde Vorstellung“, bemängelte Becker.

Arbeitsvertrag, Ausbildung, Mindestgehalt

Akademische Fachkräfte aus dem nicht-europäischen Ausland können seit August 2012 in Deutschland die „Blue Card“ beantragen und dann mit ihrer Familie nach Deutschland ziehen. Voraussetzung sind ein fester Arbeitsvertrag, eine abgeschlossenen Ausbildung und ein Mindestgehalt. In Deutschland liegt es derzeit bei 48.400 Euro.

Zustimmung von der Wissenschaft

Auch der Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit, Klaus Zimmermann, plädierte dafür, die „Blue-Card“-Regelung für Flüchtlinge zu öffnen, die bereits im Land und auf dem deutschen Arbeitsmarkt gefragt seien. Die Bestimmungen hätten sich ohnehin als zu eng erwiesen, sagte er der „Deutschen Presse-Agentur“. Schließlich hätten die Behörden seit dem Inkrafttreten der Regelung 2012 nur gut 20.000 „Blue Cards“ ausgegeben.

Politik signalisiert Diskussionsbereitschaft

Der Innenexperte der Unions-Fraktion, Stephan Mayer (CSU), zeigte sich „Heise“ zufolge offen: „Über den Vorschlag können wir diskutieren.“ Deutschland brauche hoch qualifizierte Arbeitskräfte. „Die bürokratischen Hürden für diese Fachleute sollten möglichst niedrig sein.“

Autor: Franz Höllriegel