Fachbeitrag | Beitrag aus „Die GmbH von A-Z (smartPilot)“ 16.12.2015

Arbeitszeugnis: Formalien

Das Zeugnis muss maschinenschriftlich und auf dem für die Geschäftskorrespondenz üblichen Geschäftspapier erstellt werden (BAG, 03.03.1993 – DB 93, 1624). Verwendet der Arbeitgeber zulässigerweise einen weißen Bogen für das Zeugnis, müssen volle Firmenbezeichnung, Rechtsform und derzeitige Anschrift angeführt werden. Eine saubere Kopie mit Originalunterschrift des Arbeitgebers oder seines Vertreters reicht aus (LAG Bremen, 23.06.1989 – BB 89, 1825). Ein Arbeitszeugnis darf nicht in elektronischer Form erteilt werden (§ 109 Abs. 3 GewO).

Flecken, Durchstreichungen, Textverbesserungen und ähnliche Formmängel haben im Zeugnis nichts zu suchen, der Arbeitnehmer kann in diesem Fall ein neues Exemplar verlangen. Schreibfehler müssen berichtigt werden, wenn sie negative Folgen für den Arbeitnehmer haben können (LAG Düsseldorf, 23.05.1995 – 3 Sa 253/95). Ausrufe- oder Fragezeichen und Gänsefüßchen sind ebenso unzulässig wie Unterstreichungen oder teilweise Hervorhebungen durch Fettschrift.

Zeugnis nicht knicken

Soll das Zeugnis verschickt werden, empfiehlt sich das Versenden in einem verstärkten DIN-A4-Umschlag, damit auch ein unbeabsichtigtes Knicken des Zeugnisses vermieden wird. Das Knicken des Zeugnisses wird nämlich von den Gerichten teilweise als Formfehler betrachtet. Das Bundesarbeitsgericht hingegen hält es nicht unbedingt für erforderlich, dass das Zeugnis in ungeknickter Form übergeben werden muss. Nach Auffassung der BAG-Richter kann der Arbeitgeber das Zeugnis auch zweimal …

Autor: Dr. Stephanie Kaufmann-Jirsa (Die Rechtsanwältin ist Autorin zahlreicher Fachbücher und unsere Expertin für Rechtsthemen.)

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