News | Management
17.09.2015

Arbeitskosten steigen weiter an

Bruttoverdienste teurer, Lohnnebenkosten auch.

Die Inflation stagniert. Die Waren an der Ladentheke werden und werden nicht teurer. Jedenfalls nicht nach Zahlen der Statistiker. An der Ladentheke wird das anders wahrgenommen. Auch Unternehmer singen ein anderes Lied. Sie müssen immer mehr für Arbeit ausgeben, um brutto zu verdienen. Dies wird allerdings auch von den Statistikern bestätigt.

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Arbeitskosten steigen

Wiesbaden. 16. September 2015 – Für die Arbeitsstunde mussten Unternehmen in Deutschland zwischen zweitem Quartal 2014 bis zweitem Quartal 2015 kalenderbereinigt um 3,1 Prozent mehr ausgeben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Arbeitskosten im Vergleich zum Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 0,9 Prozent.

Bruttoverdienst 3,4 Prozent teurer

Arbeitskosten, das sind Bruttoverdienste und Lohnnebenkosten zusammengenommen. Die Kosten für Bruttoverdienste erhöhten sich im selben Zeitraum um 3,4 Prozent, die Lohnnebenkosten um 2 Prozent.

Arbeitskosten in der EU

Im ersten Quartal 2015 verteuerte sich in Deutschland eine Stunde Arbeit im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent. In der gesamten EU stiegen die Arbeitskosten in diesem Zeitraum durchschnittlich um 2,5 Prozent. Die höchsten Wachstumsraten wiesen hier die Länder mit dem niedrigsten Arbeitskostenniveau in der EU auf:

  • Lettland (+ 7,3 Prozent),
  • Rumänien (+ 7,1 Prozent) und
  • Bulgarien (+ 6,9 Prozent) auf.

In Frankreich fiel der Anstieg der Arbeitskosten mit + 1,6 Prozent niedriger aus als in Deutschland. Nur in Zypern (– 1,8 Prozent) waren die Arbeitskosten rückläufig.

Deutschland bei Arbeitskosten in EU auf Rang 8

Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft bezahlten nach Angaben des Amtes 2014 durchschnittlich 31,80 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde. Das deutsche Arbeitskostenniveau lag damit innerhalb der Europäischen Union (EU) auf Rang acht.

Deutschland fast zehn Prozent billiger als Frankreich

Gemessen am EU-Durchschnitt zahlten Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft 30 Prozent mehr für eine Stunde Arbeit. Im Vergleich beispielsweise zum Nachbarland Frankreich (35,20 Euro) waren es aber knapp 10 Prozent weniger. Dänemark hatte mit 42,00 Euro die höchsten Arbeitskosten je geleistete Stunde. Schlusslichter bilden just die Länder, die jetzt die höchsten Zuwachsraten verzeichnen:

  • Lettland mit 7,00 Euro,
  • Litauen mit 6,60 Euro,
  • Rumänien mit 4,80 Euro und
  • Bulgarien mit 3,80 Euro.

Industriestunde in Deutschland

Im Verarbeitenden Gewerbe, das besonders im internationalen Wettbewerb steht, kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland 2014 durchschnittlich 37,00 Euro. Hier lag Deutschland im EU-weiten Vergleich auf Rang vier. Eine Stunde Arbeit in der deutschen Industrie war damit 46 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt (25,30 Euro) und kostete knapp 2 Prozent mehr als in Frankreich (36,40 Euro).

 

Autor: Franz Höllriegel

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