News | Personal
11.10.2016

Arbeitgeber sollen Beschäftigten bei Altersvorsorge helfen

Regierung plant Zuschuss

Etwa 60 Prozent aller Beschäftigten erwerben Ansprüche auf eine betriebliche Altersvorsorge. Doch die meisten Arbeitnehmer zumal in Betrieben mit nur wenigen Beschäftigen und viele Niedrigverdiener gehen leer aus. Die Regierung will das ändern – mit Zuschüssen für Unternehmen.

Rente und bAV© zabanski /​ fotolia.de

Säulen der Alterssicherung

Unternehmensführung/Personal.  Sie gelten als zweite und dritte Säule der Alterssicherung nach der gesetzlichen Rentenversicherung: die betriebliche Altersvorsorge und die private Vorsorge. Doch diese beiden Säulen stehen auf wackligen Füßen. Etwa 60 Prozent der Beschäftigten erwerben derzeit Ansprüche auf Zahlungen aus einer betrieblichen Altersvorsorge. Aber etwa 70 Prozent der Arbeitnehmer in Betrieben unter zehn Beschäftigen und viele Niedrigverdiener gehen leer aus.

Mehr Betriebsrenten in kleineren Unternehmen

Das will die Regierung ändern. Sie möchte Betriebsrenten auch in kleinen Unternehmen zu größerer Verbreitung verhelfen. Einen neuen Vorstoß dazu haben jetzt Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) angekündigt, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Teilnehmerkreise eines Spitzentreffens mit Gewerkschaften und Arbeitgebern letzte Woche.

30 Prozent Zuschuss für Arbeitgeber

Demnach sollen Arbeitgeber einen Zuschuss von 30 Prozent erhalten, wenn sie für Geringverdiener 240 bis 480 Euro pro Jahr in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen. Nahles wolle bereits in zwei Wochen einen Gesetzentwurf vorlegen. Die Kosten für den Bund werden auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt.

Konsens für gemeinsamen Gesetzentwurf

Details seien aus dem Arbeitsministerium nicht zu erfahren, lediglich so viel: Nahles und Schäuble hätten „einen ausreichenden Konsens erzielt, um einen gemeinsamen Gesetzentwurf vorzulegen“. Ziel sei, die betriebliche Altersvorsorge auch in kleinen und mittleren Betrieben auszubauen.

 

Fünf Wege zu betrieblichen Renten

Derzeit führen fünf Wege zu Rentenzahlungen aus einer betrieblichen Vorsorge:

  1. Direktversicherung,
  2. Pensionskasse,
  3. Pensionsfonds,
  4. Unterstützungskasse und
  5. Pensionszusage,

je nachdem, ob und wie viel Geld in Aktien angelegt werden darf und in welcher Höhe Auszahlungen garantiert werden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich die Finanzierung in etwa drei Viertel der Betriebe.

 

Der sechste Weg

Das von Nahles geplante Modell sieht einen sechsten Weg vor:

die betriebliche Altersvorsorge (bAV).
Nahles will sie etwa durch Zuschüsse und Steuervorteile stärker fördern. Voraussetzung: sie müssen auf Tarifverträgen aufbauen. Unternehmen sollen automatisch Beschäftigten bAV-Leistungen anbieten. Und Arbeitnehmer müssten ausdrücklich ihr Nein erklären, wenn sie keine Gehaltsbestandteile in die bAV einzahlen wollen.

Autor: Franz Höllriegel

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