28.08.2018

Achtung Arbeitgeber: Steuern sparen mit E-Mobilität

Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch. Die Regierung will bis 2020 Deutschland zum Leitmarkt umgestalten – auch mit einer Reihe steuerlicher Anreize. Steuern sparen mit E-Mobilität ist also ein interessantes Thema für Arbeitgeber.

Es gibt jetzt noch mehr Möglichkeiten zum Steuern sparen mit E-Mobilität.

Finanzwirksame Maßnahmen für Elektromobilität

Dicke Bretter bohren – dazu reicht möglicherweise schon ein Elektrobohrer. Zur nationalen Durchsetzung von Elektromobilität ist es damit nicht getan. Um dieses dicke Brett zu bohren, braucht es ein umfassendes Maßnahmenpaket. 2016 hat die Bundesregierung ein solches beschlossen, um der Elektromobilität in Deutschland zum Durchbruch verhelfen. Daraus ergibt sich für Arbeitgeber dieser Anreiz: Steuern sparen mit E-Mobilität.

Im Mittelpunkt des Maßnahmenpakets stehen finanzwirksame Maßnahmenpakete für:

  • Ausbau der Ladeinfrastruktur
  • öffentliche Beschaffung von Elektrofahrzeugen
  • Kaufanreize

Diese steuerlichen Vergünstigungen gibt es bisher schon

Die schon bestehenden Vergünstigungen resultieren aus dem vom Bundestag mit Zustimmung des Bundesrats am 7. November 2016 beschlossenen Gesetz zur Steuererleichterung für Arbeitgeber. Dieses enthält:

  • Befreiung der Vorteile, die Arbeitgeber Beschäftigten für das elektrische Aufladen eines Elektrofahrzeugs oder Hybridelektrofahrzeugs gewähren, von der Einkommenssteuer
  • steuerliche Vorteile für eine dem Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt übereignete Ladevorrichtung
  • Zuschüsse zur Nutzung selbiger

Steuern sparen mit E-Mobilität: neue Vergünstigungen

Ende 2016 hat das Bundesfinanzministerium (BMF) die Regelungen zur steuerlichen Behandlung von Elektromobilität neu gefasst. Im Oktober 2017 hat es in einem Rundschreiben die damaligen Festlegungen nachgebessert, ergänzt und vereinfacht. Damit ergeben sich neue Nutzungsmöglichkeiten für Arbeitgeber bei der Lohnabrechnung.

Erstmals sind nun auch pauschale Auslagenerstattungen möglich. Sie betreffen im Wesentlichen das Aufladen von:

  • Elektrofahrrädern
  • Kraftwagen

So wird das Aufladen von Elektrofahrrädern begünstigt

Vorauszuschicken ist: Grundsätzlich ist das Aufladen von Elektrofahrrädern nur dann steuerlich begünstigt, wenn diese Fahrräder als „Kraftfahrzeuge“ einzuordnen sind. Kraftfahrzeug heißt, es benötigt ein Kennzeichen oder auch eine Versicherung. Das ist der Fall bei Elektrofahrrädern mit möglichen Höchstgeschwindigkeiten über 25 Kilometer pro Stunde.

Das BMF führt hierfür die Billigkeitsregelung ein. Danach ist das Aufladen von Elektrofahrrädern, die keine Kraftfahrzeuge darstellen, jetzt ebenfalls steuerbegünstigt möglich.

Wie bei Elektrorädern mit der Eigenschaft Kraftfahrzeug ist der Vorteil aus dem Aufladen des Fahrrads beim Arbeitgeber kein Arbeitslohn und damit nicht steuerpflichtig.

Steurliche Vorteile beim Aufladen von E-Autos

Entstehen dem Arbeitnehmer Kosten für Aufladevorgänge eines ihm überlassenen Firmenwagens, kann der Arbeitgeber die Beträge als steuerfreien Auslagenersatz erstatten. Diese Beträge stellen keinen Arbeitslohn dar und sind deshalb ebenfalls steuer- und sozialversicherungsfrei.

Der Clou: Die Auslagenerstattung für Firmenwagen kann der Arbeitgeber auch pauschal steuer- und sozialversicherungsfrei gewähren. Vorsicht: Das gilt nur für Pkws!

Folgende Pauschalen können Arbeitgeber monatlich an den Arbeitnehmer erstatten

1. bei zusätzlicher Lademöglichkeit beim Arbeitgeber:

  • Elektrofahrzeuge: 20 Euro
  • Hybridelektrofahrzeuge: 10 Euro

2. ohne zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeber

  • Elektrofahrzeuge: 50 Euro
  • Hybridelektrofahrzeuge: 25 Euro

Diese Vereinfachungsregelungen gelten vorläufig noch bis zum 31.12.2020.

Hier geht es zur Website des Bundesfinanzministeriums. Dort können Sie ein PDF herunterladen mit dem Thema „Gesetz zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität im Straßenverkehr; Anwendung der einkommensteuerlichen und lohnsteuerlichen Vorschriften“.

Autor: Franz Höllriegel