Fachbeitrag | Steuern
18.08.2016

Abschreibung – zu versteuernden Gewinn mindern

Lukrative Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmer

Gewinn kann ein zweischneidiges Schwert sein: auf der einen Seite freut sich der Unternehmer grundsätzlich über Gewinn, auf der anderen muss er ihn versteuern. Um nun so wenig wie möglich versteuern zu müssen, bietet sich die Abschreibung bestimmter Wirtschaftsgüter an – z.B. selbst des PCs.

Schild 65 - Steuern sparen© Thomas Reimer /​ fotolia.com

Keine Regel ohne Ausnahme

Unternehmensführung/Steuern.  Eigentlich dürfen Unternehmen nur Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens sofort abschreiben. Eigentlich. Denn: Keine Regel ohne Ausnahme. Eine solche Ausnahme macht der Gesetzgeber bei geringwertigen Wirtschaftsgütern. Gemäß Einkommensteuergesetz (EStG) gibt es gegenüber „normalen“ Wirtschaftsgütern vereinfachende Abschreibungsmöglichkeiten. Das berichtet in seiner neuesten Ausgabe „SteuerSparbrief AKTUELL“ (10/2016, August).

Anschaffung oder Herstellung

Demzufolge dürfen Unternehmer Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines solchen geringwertigen Wirtschaftsgutes bereits im Jahr der Anschaffung oder Herstellung als Betriebsausgaben abziehen – und zwar in voller Höhe. Sonst kann der Unternehmer dies üblicherweise nur über die Nutzungsdauer des Wirtschaftsgutes tun.

Vereinfachungsregelungen für bewegliche Wirtschaftsgüter

Allgemein gelten Vereinfachungsregelungen für bewegliche Wirtschaftsgüter. Das sind:

  • Sachen,
  • nicht fest mit dem Gebäude verbundene sogenannte „Scheinbestandteile“ von Gebäuden wie Treppen oder
  • Balkone sowie
  • Tiere.

Unbewegliche Wirtschaftsgüter dagegen:

  • Grund und Boden,
  • Gebäude sowie
  • Selbstständige Gebäudeteile und
  • Außenanlagen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter

Was sind nun geringwertige Wirtschaftsgüter im Sinne des Einkommensteuerrechts? Der Newsletter für Selbstständige und Unternehmer führt dazu näher aus: Damit Wirtschaftsgüter als geringwertig gelten, müssen sie

  • abnutzbar und
  • selbständig nutzbar sein und

sie dürfen nicht mehr 1.000 Euro netto in Anschaffung oder Herstellung kosten oder keinen höheren Einlagewert besitzen.

Anlagevermögen vs. Umlaufvermögen

Ganz wichtig aber: Sie müssen zum beweglichen Anlagevermögen gehören. Das bedeutet im Umkehrschluss: Geringwertige Wirtschaftsgüter, die zum Umlaufvermögen gehören, sind nicht begünstigt. Unternehmen müssen also Sachen, die sie in erst noch herzustellende Wirtschaftsgüter einbauen wie z.B. einen Schaltschrank für eine von ihnen produzierte und verkaufte Maschine, nicht zum Anlagevermögen, sondern zum Umlaufvermögen zählen.

Kauf und betriebsbereiter Zustand

Weiter von Bedeutung ist nun die Unterscheidung zwischen

  • Anschaffungskosten und
  • Herstellungskosten.

Bei Anschaffungskosten handelt es sich um finanzielle Aufwendungen nicht nur für den Kauf eines Wirtschaftsgutes, sondern auch dafür, es in einen „betriebsbereiten“ Zustand zu versetzen. Es geht also hier um für die Inbetriebnahme beispielsweise eines PCs notwendige Software oder für die einer Lampe geeigneten Glühbirnen. Wichtig ist: die Aufwendungen muss man dem Gegenstand zuordnen können.

Herstellung oder Erweiterung

Als Herstellungskosten gelten steuerlich finanzielle Aufwendungen für Herstellung oder Erweiterung eines Wirtschaftsgutes sowie bei einer Verbesserung. Diese muss über den ursprünglichen Zustand hinausgehen. „SteuerSparbrief AKTUELL“ erklärt auch hierzu genau, was darunter zu verstehen ist.

Fertigungslöhne, Abnutzbarkeit und Nutzbarkeit

Der Newsletter geht ausführlich auf die verschiedenen Merkmale ein sowie darauf, was es mit Fertigungslöhnen, Abnutzbarkeit sowie einer selbstständigen Nutzbarkeit auf sich hat. Der Beitrag gibt einen Überblick über Wertgrenzen und geht auf Vor- und Nachteile von Sammelpostenlösungen ein.

Tipp für Unternehmer als Arbeitgeber

Übrigens, vielleicht ein nicht ganz unwichtiger Hinweis für Arbeitgeber als Ratgeber ihrer Mitarbeiter: Auch Arbeitnehmer können geringwertige Wirtschaftsgüter von ihrer Steuer absetzen.

Mehr dazu zusammen mit wertvollen Tipps und Hinweisen im „SteuerSparbrief AKTUELL“ selbst.

 

SteuerSparbrief_725x200final

Autor: Franz Höllriegel

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