Lexikonstichwort | Beitrag aus „Die GmbH von A-Z (smartPilot)“ 16.12.2015

Abberufung

Mit der Abberufung endet das Amt des Geschäftsführers. Da die rechtliche Stellung des Geschäftsführers zwischen seiner Organstellung und dem Anstellungsverhältnis unterscheidet, endet Letzteres nicht automatisch mit der Abberufung, sondern muss getrennt davon durch Kündigung des Anstellungsvertrags gekündigt werden.

Wer ist zuständig?

Die Bestellung zum Geschäftsführer kann nach § 38 Abs. 1 GmbH-Gesetz jederzeit widerrufen werden (Abberufung).

Zuständig für die Abberufung ist dasselbe Organ, das auch für die Bestellung zuständig ist, in aller Regel ist das die Gesellschafterversammlung.

Der Abberufungsgrund

Der Abberufungsgrund muss nicht einzeln spezifiziert werden. Es genügt z.B. der Entzug des Vertrauens durch die Gesellschafter.

Der Grundsatz der jederzeit möglichen freien Abrufbarkeit des Geschäftsführers kann nach § 38 Abs. 2 Satz 1 GmbH-Gesetz durch eine Satzung aufgehoben und an das Vorliegen eines wichtigen Grundes gebunden werden. Das Gesetz sieht als solche Gründe insbesondere grobe Pflichtverletzung oder Unfähigkeit zur ordnungsmäßigen Geschäftsführung vor.

Aber auch wenn die Satzung nichts aussagt über die Voraussetzungen, unter denen der Geschäftsführer abberufen werden kann, so heißt das nicht, dass er ohne Einschränkungen des Amtes enthoben werden kann. Denn die Rechtsprechung fordert zumindest das Vorliegen eines sachlichen Grundes, der allerdings kein „wichtiger“ sein muss (OLG Zweibrücken 5.6.03 – 4 U 117/02).

Sie können sich gegen die Abberufung …

Autor: Dr. Stephanie Kaufmann-Jirsa (Die Rechtsanwältin ist Autorin zahlreicher Fachbücher und unsere Expertin für Rechtsthemen.)

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