02.01.2020

Verbot von Plastiktüten

Das Bundeskabinett hat Ende vergangenen Jahres ein Verbot von Plastiktüten auf den Weg gebracht. Plastiktüten mit einer Wandstärke unter 50 Mikrometer sollen künftig verboten werden. Ausnahmen gibt es für sog. Hemdchenbeutel, da deren Verbot derzeit eher zu mehr als zu weniger Verpackungsabfällen führen würde.

Verbot von Plastiktüten kommt

Das gesetzliche Verbot von Plastiktüten soll den positiven Trend beim Verbrauch von leichten Kunststofftragetaschen in Deutschland und damit den Erfolg der im Jahr 2016 geschlossenen Vereinbarung zwischen dem Bundesumweltministerium und dem Handel konsequent fortsetzen. Derzeit werden in Deutschland jährlich pro Kopf immer noch etwa 20 Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke zwischen 15 und 50 Mikrometer verbraucht.

Was ist künftig verboten?

Der Entwurf verbietet Letztvertreibern das Inverkehrbringen von Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke von weniger als 50 Mikrometer. Denn leichte Kunststofftragetaschen werden seltener wiederverwendet als solche aus stärkerem Material. Die gesetzliche Regelung soll insbesondere auch diejenigen Letztvertreiber erreichen, die sich bisher nicht an der freiwilligen Vereinbarung beteiligt haben.

Ein Verstoß gegen das Verbot kann nach dem Entwurf als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro geahndet werden.

Welche Ausnahmen gibt es?

Ausgenommen von dem Verbot sind bestimmte sehr leichte Kunststofftragetaschen (Wandstärke von weniger als 15 Mikrometer), die im Handel von Verbraucherinnen und Verbrauchern insbesondere für den Transport von losem Obst und Gemüse verwendet werden. Ein Verbot dieser sog. Hemdchenbeutel bzw. Knotenbeutel würde zu einer vermehrten Nutzung aufwendigerer Verpackungen führen.

Warum werden diese Plastiktüten verboten?

Anstelle von leichten Kunststofftragetaschen sollen sinnvollerweise Mehrwegtaschen aus Kunststoff und Polyester verwendet werden. Je häufiger sie benutzt werden, desto umweltfreundlicher werden sie.

Das Verbot von Einwegkunststofftragetaschen ist nur ein Baustein von vielen in der Strategie des Bundesumweltministeriums für weniger Plastik und mehr Recycling. Bereits im Jahr 2021 werden weitere Einwegkunststoffartikel wie etwa Plastikgeschirr in Umsetzung der sog. EU-Einwegkunststoffrichtlinie verboten.

Das Verbot tritt sechs Monate nach Verkündung des Gesetzes in Kraft.

 

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Autor: WEKA Redaktion