06.12.2019

Umweltschutz über Weihnachten – und was das Umweltmanagement davon lernen kann

Ob im Betrieb oder privat: gutes Umweltmanagement bzw. umweltbewusstes Verhalten hat weit weniger mit Verzicht zu tun als viele denken. Denn meist geht es nicht darum, etwas nicht zu tun und damit Ziele aufzugeben. Vielmehr geht es darum, Ziele auf anderen Wegen als bisher zu erreichen und damit Ressourcen zu sparen und die Umwelt zu schonen. Das ist natürlich ein guter Vorsatz für 2020. Und damit die Umsetzung auch funktionieren wird, trainieren Sie am besten schon in der Weihnachtspause.

Umweltschutz über Weihnachten

Weihnachten – da geht es doch darum, viele Geschenke zu bekommen und so viel wie möglich zu essen und zu trinken. Oder war da noch etwas?

Tatsächlich sollte doch etwas anderes im Vordergrund stehen: Zeit mit der Familie verbringen. Ausruhen. Und sich mal wieder einem Hobby widmen. Daran werden Sie sich in einem Jahr noch erinnern. Wenn Sie dann zurückblicken, sind Essen, Trinken und Geschenke eigentlich ziemlich unwichtig. Eher ein Mittel zum Zweck und kein eigentliches Ziel.

Und doch geraten in der Weihnachtszeit die wichtigen Ziele aus den Augen.

Das ist in unserer täglichen Arbeit oft nicht anders: Zentrale Ziele wie die Eindämmung der Ressourcenverschwendung oder die Umsetzung wichtiger Gesetze und Vorschriften werden von dem täglichen Kleinkram, den wir bewältigen müssen, vielfach verdrängt.

Deshalb ist ein guter Vorsatz für 2020: Setzen wir uns im kommenden Jahr wieder mehr für die wichtigen Ziele ein und richten unsere Arbeit an ihnen aus. Und damit das auch funktionieren wird, üben wir diesen betrieblichen Vorsatz schon mal im privaten Umfeld in der Weihnachtspause, damit wir einmal sowohl im Betrieb als auch unter dem Weihnachtsbaum sagen können: „Jetzt ist es genau so, wie ich es mir gewünscht habe.“

Gut gemacht oder gut gemeint?

Der Volksmund sagt, dass zwischen „gut gemacht“ und „gut gemeint“ ein gewaltiger Unterschied besteht. Das „gut gemacht“ können Sie in der kommenden Weihnachtszeit am Thema Geschenke sehr gut üben. Und das „gut gemeint“, das lassen Sie einfach. Das geht so:

„Gut gemacht“ bedeutet eigentlich, dass Sie nur ein einziges Geschenk erhalten, das Ihren Herzenswunsch erfüllt. Doch was passiert stattdessen? Sie bekommen fünf oder zehn oder noch mehr Geschenke, einfach, weil der Schenkende sich nicht genügend Gedanken darüber macht, was Ihnen wirklich gefallen könnte. Und so wird auf Teufel komm raus geschenkt, was das Zeug hält, in der Hoffnung, irgendwie Ihren Herzenswunsch zu treffen.

Ergebnis: Sie verbringen den Heiligabend mit dem Aufreißen unzähliger Geschenkverpackungen und spielen den Überglücklichen. Insgeheim wünschen Sie sich, dass es nur bald vorbei wäre, und deshalb ist es vom Schenker gut gemeint, aber nicht gut gemacht.

Stattdessen sollte das Schenken wie die Arbeit im Betrieb geplant und durchgeführt werden.

Wie lässt sich das auf das Umweltmanagement übertragen?

  • Das Umweltmanagement hat klare Ziele, an denen es seine Arbeit ausrichtet. Das entspricht im Privaten den Herzenswünschen der Person, die Sie beschenken möchten.
  • Sie planen im Betrieb mehrere Möglichkeiten, wie Sie diese Ziele erreichen können. Wenn Sie z.B. die Produktion einer Maschine vorbereiten, wählen Sie aus mehreren möglichen Zielen des Umweltmanagements eines aus, das Ihnen am meisten am Herzen liegt (oder bei dem Ihnen der Controller am meisten Druck macht). Ein Beispiel für ein solches Ziel ist, Verschwendung im Produktionsprozess zu minimieren. Um dieses Ziel zu erreichen, entwickeln Sie unter den gegebenen betrieblichen Bedingungen eine Strategie und setzen sie um.
  • Entsprechend gehen Sie bei den Weihnachtsgeschenken vor: Sie überlegen sich, welcher unter den vielen Wünschen, die ein Angehöriger hat, der wichtigste Wunsch sein könnte. Und diesen Herzenswunsch erfüllen Sie. Dabei berücksichtigen Sie natürlich Ihr Budget und die zur Verfügung stehende Zeit.

Oder Sie verblüffen alle mit einer völlig unerwarteten Idee: Im Betrieb könnten Sie z.B. eine ganz neue, enorm ressourcensparende Produktionsweise vorschlagen. Und im Kreise Ihrer Angehörigen machen Sie den Vorschlag, das gesamte Budget für Geschenke einer wohltätigen Organisation zu spenden und sich am Heiligabend einfach zu umarmen. Beides, seien Sie gewarnt, wird nicht bei allen Beteiligten pure Freude auslösen.

Die Umsetzung von Umweltmanagement braucht Know-how

Wenn Sie vor Mitarbeitern und Führungskräften in Gesprächen, Unterweisungen und Vorträgen auf die Bedeutung des Umweltmanagements hinweisen, werden Sie freundliches Nicken ernten. Leider wird sich aber nichts ändern, denn das Entscheidende für die Umsetzung ist das Know-how:

  • Wie kann verschwendungsfrei gearbeitet werden?
  • Was sind wertvolle Rohstoffe und was ist wirklich Abfall?
  • Und welche Umweltvorschriften gelten für welche Chemikalien?

Diese und noch viel mehr Fragen stellen sich jeden Tag. Dieses Know-how fällt nicht vom Himmel. Vielmehr müssen es die Akteure des Umweltmanagements zunächst selbst erwerben und dann systematisch an Mitarbeiter und Führungskräfte weitergeben. Genau das können Sie in der Vorbereitung und „Durchführung“ der Weihnachtszeit üben:

Tipps für umweltfreundlichere Weihnachten

Geschenke umweltgerecht verpacken

Natürlich sollen schöne Geschenke auch schön verpackt sein. Doch es muss nicht immer das mit Aluminium beschichtete Schmuckpapier sein. Der Handel bietet mittlerweile attraktive Geschenkhüllen aus Recyclingpapier an. Wer kreativ ist, kann auch einfachen Karton oder Packpapier attraktiv gestalten.

Der Christbaum: kleiner oder anders?

Vielleicht kann der Christbaum mal etwas kleiner als sonst ausfallen? Oder genügen auch ein Kranz oder einige Tannenzweige? Man spart auf diese Weise viel Arbeit fürs Schmücken und vielleicht auch das Lametta, die Wunderkerzen oder anderen, umweltschädlichen Baumschmuck. Wer darauf nicht verzichten will, kann sich ja einmal im Handel nach baumähnlichen Gebilden umschauen. Diese sollten aus Metall sein, denn Plastikbäume lassen schädlichen Abfall entstehen. Und wenn es doch ein „richtiger“ Christbaum sein muss? Dann sind die Bäume aus der Region erste Wahl, denn sie mussten nicht erst weite Strecken transportiert werden.

Stressfrei kochen

Warum reduzieren Sie z.B. nicht ausufernde Kochvorbereitungen und einigen sich auf ein leckeres, aber einfaches Weihnachtsessen? Salate, Suppen, Rosmarinkartoffeln, Rotkohl oder ein Fondue stressen kaum. Zum Thema Kochen gehört natürlich auch die Auswahl der Lebensmittel. Wer einfach mal googelt, wird zahlreiche Rezepte mit regionalen und saisonalen Produkten finden. Man kann sich hier gut ein Beispiel an Großmutters Küche nehmen – damals gab es noch keine Produkte, die aus der ganzen Welt kamen.

Weniger Auto fahren

Weiterhin kann eine Möglichkeit zum Umweltschutz darin bestehen, dass Sie mit dem Auto eben nicht die vielen Kilometer bis zum nächsten Dom fahren, um die bekannte Weihnachtsmesse zu hören. Bestimmt gibt es auch Kirchen in der Nähe, die schnell zu erreichen und deren Chöre sich über jeden Besucher freuen. Ähnliches gilt für das Restaurant, das die Familie am ersten Weihnachtsfeiertag besucht: Auch dieses muss keine Autostunde entfernt sein.

Fazit

Gutes Umweltmanagement und guter Umweltschutz müssen nicht bedeuten, dass Sie verzichten müssen. Es heißt nur, dass Sie die Wege zu diesem Ziel so verändern, dass die Umwelt weniger beeinträchtigt wird. Dafür brauchen Sie und alle Mitarbeiter und Führungskräfte Ihres Betriebs viel Know-how. Aber dafür haben Sie ja uns – wir sind bei allen Fragen für Sie da.

Und Weihnachten? Vielleicht können wir durch den Schutz der Umwelt lernen, dass wir dieses Fest auch auf andere Weise, als bisher gewohnt, genießen können. Und vielleicht, im besten Fall, merken wir, dass weniger ja tatsächlich mehr ist.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen allen nachhaltige und umweltschonende, vor allem aber schöne und friedliche Weihnachten und einen wunderbaren Rutsch ins neue Jahr!

Autor: Markus Horn