30.03.2017

Betriebliches Umweltmanagement: Überblick über die Umweltmanagementsysteme

Umweltmanagement ist als Bestandteil des betrieblichen Umweltschutzes nicht mehr wegzudenken. Es unterstützt die Unternehmen bei der Umsetzung umweltorientierter Maßnahmen. Ziel ist es anhand laufendender Verbesserungen den betrieblichen Umweltschutz zu stärken und dauerhaft zu sichern. Dabei haben sich in Deutschland insbesondere drei Umweltmanagementsysteme etabliert, mit denen die Umweltauswirkungen einer Organisation untersucht und entsprechende Maßnahmen dokumentiert werden können.

Menschengruppe Recycling-Symbol

Betriebliches Umweltmanagement: Was damit genau gemeint ist, darüber gehen in Deutschland die Meinungen sehr stark auseinander. Denn betrieblicher Umweltschutz wird in Deutschland noch immer mit höchst unterschiedlicher Intensität und vor allem Effektivität betrieben.

Die Organisation bestimmt nun einmal den Status. Und wenn betriebliches Umweltmanagement nicht oder kaum auf der Agenda steht, leiden darunter zwangsläufig auch andere Geschäftsbereiche.

Betriebliches Umweltmanagement ist ganzheitlich zu sehen

Doch die Zusammenhänge werden schnell deutlich. Betrieblicher Umweltschutz kann nur als eine übergreifende Aufgabe verstanden werden. Wie möchte man bestimmte Abläufe, Arbeitsplätze oder Standorte eines Unternehmens auch isoliert betrachten? Optimierungsbedarf ist vielmehr in allen Geschäfts- und Produktionsprozessen zu finden.

Diese Erkenntnis macht die Organisation des betrieblichen Umweltschutzes zu einer ebenso dringenden wie anspruchsvollen Aufgabe. Und sie unterstreicht die Forderung für ein betriebliches Umweltmanagement. Doch ungleich schwieriger gestaltet sich deren Umsetzung.

Der Nutzen von Umweltmanagement

Für derart komplexe Organisationsaufgaben haben sich Managementsysteme bewährt. Sie bündeln die Aufgaben und Pflichten, die sich aus den Zielen der Organisation ergeben. So können Maßnahmen koordiniert umgesetzt und deren Wirkung überprüft und dokumentiert werden. Ist also der betriebliche Umweltschutz das Ziel, so sprechen wir folgerichtig von einem Umweltmanagementsystem.

Die Vorteile solcher Organisationssysteme liegen in ihrem vielfältigen Nutzen. So verhindern Managementsysteme, dass es durch dauernde Korrekturen zu Zielabweichungen kommt. Vor allem aber helfen sie bei der kritischen Überprüfung: werden die gesteckten Ziele erreicht und zeigen die eingesetzten Maßnahmen Wirkung? Nur so kann der gesamte Organisationsrahmen des betrieblichen Umweltschutzes laufend verbessert werden.

Solche Maßnahmenbündel fallen für den betrieblichen Umweltschutz in Art und Umfang fast überall sehr ähnlich aus. Folgerichtig sollten für Umweltmanagementsysteme allgemein anerkannte Standards gelten. Deren Anwendung wäre für Unternehmen ein Nachweis, dass sie betrieblichen Umweltschutz nach dem Stand der Technik betreiben.

Welche Umweltmanagementsysteme wofür?

Die folgenden drei Umweltmanagementsysteme sind besonders dafür geeignet, die Umweltauswirkungen einer Organisation zu analysieren.

  • DIN EN ISO 50001
    In erster Linie soll damit die Energieeffizienz einer Organisation verbessert werden. Der Fokus liegt auf der Verbrauchserfassung von Strom und Heizenergie. Die Einführung eines systematischen Energiemanagements soll zu Reduzierungen der Energiekosten und der Treibhausgasemissionen führen.
  • DIN EN ISO 14001
    Mit ihr werden Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem festgelegt. Das ermöglicht einer Organisation, Umweltpolitik und Zielsetzungen über wesentliche Umweltaspekte zu entwickeln und zu verwirklichen. Neben den Energieverbräuchen werden Daten zu Wasserverbrauch, Abfallaufkommen,  Gebäudereinigung, die Nutzung von Büromaterialien, zum Einsatz von Gefahrstoffen oder zur Mobilität erhoben.
  • EMAS
    Das Ziel sind kontinuierliche Verbesserungen der Umweltleistung von Organisationen zu fördern. Dies geschieht vor allem durch die Nutzung und Leistungsbewertung von Umweltmanagementsystemen. Ergebnisse werden in Form einer Umwelterklärung der Öffentlichkeit und anderen interessierten Kreisen vorgelegt und die Beschäftigten der Organisation aktiv beteiligen und eine angemessene Schulung erhalten.

 

Die EMAS-Verordnung war zunächst nur für den europäischen Raum gedacht. Heute sind schließlich alle drei Managementsysteme weltweit gültig. Der Unterschied der DIN EN ISO 14001 gegenüber der EMAS-Verordnung liegt folglich in der Erstellung einer Umwelterklärung und der höheren Rechtskonformität. Die Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem werden in Anhang II der EMAS-Verordnung erläutert. Sie entsprechen im Rahmen von EMAS den Vorschriften der DIN EN ISO 14001.

Die kontinuierliche Verbesserung ist und bleibt Herzstück und Motor eines jeden Umweltmanagementsystems. Dafür sind natürlich entsprechende Verantwortlichkeiten innerhalb der Organisation zu schaffen:

  • Ein Umweltmanagementbeauftragter – in der obersten Leitung,
  • ein Umweltbeauftragter – als Verantwortlicher für die Umsetzung des Umweltprogramms und
  • ein Umweltteam mit fünf bis sieben Personen – aus verschiedenen Abteilungen der Organisation oder mit bestimmten Funktionen.

 

Autor: WEKA Redaktion