18.09.2017

Bessere Chancen beim Umweltinnovationsprogramm

Wer innovative Projekte im Bereich Klimaschutz plant, sollte ausloten, ob nicht eine Förderung durch das Umweltinnovationsprogramm (UIP) in Frage kommt. Derzeit stehen zusätzliche Fördergelder aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung zur Verfügung, die auch dem UIP zugute kommen. Bei derart gefüllten Fördertöpfen stehen die Chancen, berücksichtigt zu werden, sehr gut.

junge Pflanze in Glas voller Münzen

Voraussetzung für eine Förderung von Projekten durch das Umweltinnovationsprogramm ist, dass diese beispielhaft zeigen, wie eine Investition in ein umweltentlastendes Verfahren ökologisch und ökonomisch erfolgreich sein kann. Das Förderangebot ist grundsätzlich offen, d.h. es können sich Unternehmen aus vielen Bereichen bewerben. Im Programm genannt sind speziell folgende Bereiche:

  • Ressourceneffizienz/Materialeinsparung
  • Klimaschutz: Energieeinsparung, Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien
  • Abwasserreinigung/Wasserbau
  • Abfallvermeidung, -verwertung und -beseitigung sowie Sanierung von Altablagerungen
  • Luftreinhaltung (einschließlich Maßnahmen zur Reduzierung von Gerüchen)
  • Bodenschutz
  • Minderung von Lärm und Erschütterungen

Regelmäßig gibt es auch sogenannte Förderschwerpunkte, mit denen neue Impulse gesetzt werden sollen.

Förderung mit Zuschüssen und zinsvergünstigtem Darlehen

Projekte, die den Zuschlag erhalten, werden mit bis zu 30 % der zuwendungsfähigen Ausgaben gefördert. Zusätzlich gibt es ein zinsvergünstigtes Darlehen in Höhe von maximal 70 % der zuwendungsfähigen Ausgaben, verbunden mit einem Zinszuschuss, der das Darlehen noch einmal weiter verbilligt. Einen Höchstbetrag gibt es nicht.

Anforderungen

Wer von den zusätzlichen Fördergeldern profitieren will, muss neben den Fördervoraussetzungen der UIP-Richtlinie zusätzliche Auflagen des Zukunftsinvestitionsprogramms erfüllen. So müssen diese Projekte einen „starken Bezug“ zum Klimaschutz haben und bis Ende 2020 abgeschlossen sein. In diesem Zeitraum müssen auch alle Fördermittel abgerufen sein.

Kleine und mittlere Unternehmen bei der Vergabe bevorzugt

Neben gewerblichen Unternehmen können sich auch Personen und kommunale Organisationen, z.B. kommunale Eigenbetriebe oder Zweckverbände, bewerben. Wichtig dabei ist, dass das Investitionsvorhaben in Deutschland umgesetzt wird. Die Organisation oder Person kann ihren Sitz auch außerhalb von Deutschland haben. Bei der Vergabe werden kleine und mittlere Unternehmen bevorzugt gefördert.

Projektbeispiel: Aufbereitung von Aluminiumschrott

Die WMR Recycling GmbH in Dormagen errichtete eine neuartige Trenntechnik zur Aufbereitung von Aluminium-Schrott. Das erlaubt es, verschiedene Aluminiumlegierungen sortenrein voneinander zu trennen und Aluminiumlegierungen vollständig aus Sekundärmaterialien herzustellen – bislang ein Ding der Unmöglichkeit. Das Verfahren umfasst die spezielle Vorbereitung des zerkleinerten Schrottes und eine anschließende Analysierung und pneumatische Sortierung des Materials mittels Röntgentransmission.

Mehr Informationen zum Umweltinnovationsprogramm

Hier finden Sie Beispiele von Projekten, die schon gefördert wurden oder gerade gefördert werden.

Vor der Antragstellung müssen Sie eine Projektskizze bei der KfW einreichen – dort reichen Sie auch Ihren Antrag ein. Die fachliche Prüfung erfolgt beim Umweltbundesamt. Weitere Informationen und die Formulare für die Antragstellung finden Sie hier.

Adressen für die konkrete Antragstellung finden Sie in der Förderdatenbank unter Förderdatenbank.de/Foerder-DB.

Autor: Markus Horn