04.03.2019

EU verschärft Vorschriften für persistente organische Schadstoffe

Die Zustimmung des Europäischen Rats und des EU-Parlaments gilt nur noch als Formsache: Die EU-Vorschriften für den Umgang mit persistenten organischen Schadstoffen (sog. „POP-Stoffe“) werden verschärft. Die Recyclingwirtschaft sieht darin ein Problem.

persistente organische schadstoffe

Die Verschärfung der Vorschriften für den Umgang mit persistenten organischen Schadstoffen (sog. „POP-Stoffe“) ist beschlossene Sache. Zwar haben der Trialog zwischen EU-Parlament, EU-Rat und EU-Kommission die weit reichenden Vorstellungen des EU-Parlaments aufgeweicht. Dennoch kritisieren Aufbereiter von Kunststoffen das Ergebnis hart:

  • Für den Flammhemmer DecaBDE und weitere bromierte Diphenylether wird es einen neuen Grenzwert von 10 mg/kg geben.
  • Für Gemische soll ein Grenzwert von 500 mg/kg für alle BDEs zusammen gelten.

Experten sehen im neuen Grenzwert vor allem Probleme auf das Recycling von Kunststoffen aus Elektronik-Altgeräten zukommen. Vor allem würde kein praktikables Messverfahren bestehen und in Zukunft müssten weit mehr Kunststoffe als bisher nicht mehr dem Recycling, sondern der Verbrennung zugeführt werden.

Ziel der neuen Vereinbarung ist es, die Verordnung an die allgemeinen EU-Rechtsvorschriften für Chemikalien anzugleichen.

Hintergrund: persistente organische Schadstoffe

Persistente organische Schadstoffe (POP-Stoffe) können Menschen, einmal ausgetreten, nicht mehr aus der Umwelt zurückholen. Da sie auch natürliche Prozesse nicht abbauen, verbleiben sie voraussichtlich unbegrenzte Zeit in der Umwelt.

Auf Grund ihrer geringen Wasserlöslichkeit können sie aus Wasseroberflächen oder feuchten Böden in die Atmosphäre übertreten und sich auf diesem Weg über weiter Strecken ausbreiten. Dann dringen sie wieder über den Regen oder andere Niederschläge in Boden und Grundwasser anderer Regionen eindringen. Deshalb hat die Bundesregierung bereits 2002 die Stockholmkonvention, die die Produktion, Verwendung und Freisetzung von POP-Stoffen minimieren will, unterschrieben und in nationales Recht umgesetzt.

Autor: Markus Horn