13.08.2018

UBA-Studie: Zu viel Ammoniak und Nitrat im Grundwasser

Zu hohe Werte, zu hohe Belastung: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat Deutschland bereits wegen zu viel Nitrat im Grundwasser verurteilt. Nun könnte der Bundesrepublik zudem ein Vertragsverletzungsverfahren wegen der Ammoniak-Emissionen drohen. Auch eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zeigt: Landwirtschaft und Umweltschutz sind in Deutschland nicht im Einklang, sie bilden einen Gegensatz.

Nitrat im Grundwasser

Das sind die Gründe für den Ärger um Ammoniak und Nitrat im Grundwasser

Nitrat und Ammoniak stammen zum allergrößten Teil aus der Landwirtschaft und belasten die Natur. Wegen der zu hohen Nitratbelastung hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) Deutschland bereits verurteilt, wegen der zu hohen Ammoniakbelastung droht ein weiteres Vertragsverletzungsverfahren. Die Studie des Umweltbundesamtes „Daten zur Umwelt 2018. Umwelt und Landwirtschaft“ legt nahe, dass der Ärger um Ammoniak und Nitrat im Grundwasser nur die Spitze des Eisberges sein könnte. Die Autoren der Studie nennen dafür drei Beispiele:

  • Intensive Tierhaltung: Vor allem in Regionen mit intensiver Tierhaltung kommt es nach Angaben der Studienautoren teils zu massiven Nährstoffüberschüssen. Über die Gülle gelangt der Stickstoff als Nitrat ins Grundwasser sowie in Seen und Flüsse. Die Stickstoffeinträge der Landwirtschaft gehen zwar zurück – von 118 Kilogramm pro Hektar 1993 auf 97 Kilogramm/Hektar im Jahr 2013. Allerdings hat sich dieser Trend in den vergangenen zehn Jahren deutlich verlangsamt.
  • Intensiver Einsatz von Pestiziden: Auch der intensive Einsatz von Pestiziden auf Äckern und Feldern bleibt nicht folgenlos für die Umwelt. Demnach steht das Insektensterben im Zusammenhang mit Pflanzenschutzmitteln. Selbst im Grundwasser werden regelmäßig Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen. Pro Jahr werden auf einem Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche durchschnittlich 8,8 Kilogramm Pflanzenschutzmittel beziehungsweise 2,8 Kilogramm Wirkstoffe eingesetzt. Seit gut 20 Jahren stagniert der Absatz von Pflanzenschutzmitteln auf hohem Niveau.
  • Sinkende Artenvielfalt: Ein Blick auf die Entwicklung der für Agrarland charakteristischen Vogelarten wie Feldlerche, Kiebitz oder Steinkauz zeigt einen deutlich negativen Trend: Der Indikatorwert sank im Jahr 2014 auf 57 Prozent (Zielwert für das Jahr 2030: 100 Prozent). Im Jahr 1975 lag der Wert noch bei 117 Prozent. Auch der Anteil der Flächen mit hohem Naturwert, zum Beispiel artenreiches Grünland, Brachflächen oder Streuobstwiesen, wird immer geringer. Fast die Hälfte aller auf Grünland vorkommenden Arten sind gefährdet oder bereits verschollen.

 

Fazit des UBA

Die Umweltprobleme in der Landwirtschaft sind an vielen Stellen noch nicht gelöst. Die Agrarpolitik muss sich endlich ändern: Nicht wer die meisten Flächen bewirtschaftet, darf das meiste Geld bekommen, sondern wer am meisten für die Umwelt tut. Wichtig wäre es nach Ansicht des UBA, gezielter zu düngen, weniger Pestizide einzusetzen oder Blühstreifen und Ausgleichsflächen für Insekten zu schaffen.

Autor: Markus Horn