05.02.2018

Neue Trinkwasserverordnung und Änderung der Trinkwasserrichtlinie

Am 8.1.2018 wurde die Trinkwasserverordnung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und damit Veränderungen der EG-Trinkwasserrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt. Die Europäische Kommission hat nun weitere Vorschläge bekanntgegeben, mit denen das Trinkwasser verbessert und der Zugang für alle Bürger verbessert werden soll.

Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) gibt nicht nur vor, dass das Trinkwasser keine Krankheitserreger und Stoffe in gesundheitsschädigenden Konzentrationen enthalten darf, sondern auch, dass es „rein und genusstauglich“ sein soll.

Änderungen der Trinkwasserverordnung

Mit der Veröffentlichung am 8.1.2018 und dem Inkrafttreten der Trinkwasserverordnung am 9.1.2018 hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) die geänderten Anhänge II und III der EG-Trinkwasserrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt.

  • Wasserversorger erhalten die Möglichkeit, die Untersuchung des Trinkwassers flexibler zu organisieren und an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Entsprechende Anpassungen müssen allerdings einer Risikobewertung unterzogen und dem Gesundheitsamt gemeldet werden.
  • Mit einer weiteren Neuerung ist auch manchen Versuchen, Kabel für schnelles Internet durch Trinkwasserleitungen zu ziehen, ein Riegel vorgeschoben worden. Dies ist nun sowohl für Roh- als auch für Trinkwasser verboten.
  • Untersuchungsstellen sind nunmehr verpflichtet, die Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes für Legionelle spec. an das zuständige Gesundheitsamt zu melden.

Hier finden Sie den kompletten Text zu den Änderungen der Trinkwasserverordnung, die am 9.1.2018 in Kraft getreten sind.

Europäische Kommission überarbeitet Trinkwasserrichtlinie

Am 1. Februar 2018 hat die Europäische Kommission Änderungen der Trinkwasserrichtlinie 98/83/EG vorgeschlagen. Ziel ist es, den Zugang der EU-Bürger zu Trinkwasser zu verbessern und die Bürger besser als bisher zu informieren.

  • Das Recht auf qualitativ hochwertiges Wasser soll gesetzlich festgeschrieben werden.
  • Für alle Menschen, insbesondere jedoch für schutzbedürftige und ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen, soll der Zugang zu Trinkwasser verbessert werden. Dazu sollen in öffentlichen Räumen Trinkwasseranlagen eingerichtet werden. Betreiber von öffentlichen Gebäuden sind dazu angehalten, Zugang zu Trinkwasser zu gewähren.
  • Ein weiterer Schwerpunkt der Änderungen ist die verbesserte Information der Öffentlichkeit. Auf einfache und benutzerfreundliche Weise sollen Bürger Informationen über die Qualität des Trinkwassers und die Trinkwasserversorgung in ihrem Wohngebiet erhalten. Dadurch soll das Vertrauen in Leitungswasser gestärkt und der Verkauf von Wasser in Flaschen vor allem in Kunststoffflaschen weiter reduziert werden.

Ein weiteres Projekt der Kommission ist eine verbesserte Normung, die verhindern soll, dass Trinkwasser durch in der Wasserwirtschaft verwendete Bauprodukte verunreinigt wird.

Autor: Martin Buttenmüller (ist Journalist und Chefredakteur des Fachmagazins Betriebsrat INTERN)