News | Abfallentsorgung
26.10.2015

Klärschlammverordnung vor Novellierung

Die Klärschlammverordnung (AbfKlärV) steht vor einer grundlegenden Novellierung. Der Referentenentwurf, den das Bundesumweltministerium veröffentlicht hat, sieht eine Umsetzungsphase in vier Stufen vor.

Ziel ist unter anderem, in vier Phasen den Schadstoffeintrag bei der Aufbringung auf Böden zu reduzieren und Anforderungen für die Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm festzulegen.© fotokostic /​ iStock /​ Thinkstock

Die Klärschlammverordnung (AbfKlärV) in ihrer aktuellen Fassung legt die Anforderungen fest, die bei der Verwertung kommunaler Klärschlämme zur Düngung landwirtschaftlichen Flächen zu beachten sind. Um den Geltungsbereich künftig ausweiten zu können, wird vom BMU derzeit eine Novellierung der Verordnung vorbereitet.

Klärschlammverordnung wird komplett neu ausgerichtet

Laut dem Referentenentwurf einer Verordnung zur Neuordnung der Klärschlammverwertung soll die Klärschlammverwertung komplett neu ausgerichtet werden. Im Detail ist geplant, insbesondere die Bereiche Schwermetallgehalte, organische Schadstoffe sowie Seuchen- und Phytohygiene neu zu regeln.

Die Schadstoffeinträge im Boden sollen verringert werden. Dabei sind Grenzwerte einzuhalten, was durch regelmäßige Boden- und Klärschlammuntersuchungen sichergestellt wird.

Darüber hinaus wird eine umfassende Phosphorrückgewinnung aus Klärschlämmen angestrebt. Mit dieser Maßnahme soll eine langfristige Versorgung mit dem Rohstoff Phosphor sichergestellt werden.

Umsetzung der neuen Klärschlammverordnung in vier Phasen

Für die Umsetzung der Änderungen sind vier Phasen vorgesehen:

  • Im ersten Schritt werden der Anwendungsbereich für die Klärschlammverordnung erweitert, erste Verwertungspflichten und Qualitätssicherungs-Anforderungen eingeführt.
  • Ein halbes Jahr nach Inkrafttreten muss der Boden vor der Klärschlammaufbringung ggf. auch auf PCBs und Benzo(a)pyren untersucht werden.
  • Die Pflicht zur Untersuchung und Bericht des Phosphorgehalts für Erzeuger wird 2019 eingeführt.
  • Und ab 2025 sollen (ab einem Phosphorgehalt von 20 g/kg Trockenmasse) 50 % des Phosphors aus dem Schlamm oder 80 % aus der Verbrennungsasche zurückgewonnen werden.

Eine weitere Neuerung betrifft die Genehmigung der Langzeitlagerung von Klärschlammasche. Laut Deponieverordnung soll dies statt bis 2023 nun bis 2035 erlaubt sein.

Autor: WEKA Redaktion
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