28.02.2020

EU-Parlament lehnt höheren Blei-Wert in recycelten Kunststoffen ab

Die Abgeordneten des EU-Parlaments haben sich am 12. Februar 2020 gegen die Pläne der Europäischen Kommission ausgesprochen, eine erhöhte Blei-Konzentration in recyceltem Polyvinylchlorid (PVC) zuzulassen.

Blei im Periodensystem

Der Vorschlag der Kommission sah vor, dass recyceltes Material aus Polyvinylchlorid (PVC) eine Blei-Konzentration von bis zu zwei Prozent des Gewichts enthalten darf. Das hätte dazu geführt, dass viele Tonnen Blei wieder zurück auf den Markt gelangen. Eine entsprechende Regelung hatte die Kommission in einem Entwurf vorgesehen, der Anhang XVII der REACH-Verordnung ändert sollte.

Das EU-Parlament fordert in einer Entschließung die Kommission dazu auf, diesen Verordnungsentwurf zurückzuziehen. Er sei mit Ziel und Inhalt der REACH-Verordnung unvereinbar. Die Rückgewinnung von PVC-Abfällen solle nicht dazu führen, dass Bleiverbindungen in eine neue Produktgeneration weitergereicht werden.

Die Kommission darf die vorgesehenen Regelungen zur Änderung des Anhang XVII der REACH-Verordnung nun nicht annehmen. Sie muss diese nun entsprechend anpassen oder einen neuen Verordnungsentwurf vorlegen.

Hintergrund

Blei dient in PVC-Produkten als Stabilisator. In der EU wird es seit 2015 nicht mehr verwendet, aber die vorher produzierte Menge umfasst hunderttausende Tonnen. Diese werden früher oder später zu Abfall und müssen fachgerecht entsorgt werden.

Autor: WEKA Redaktion