News | Abfallentsorgung
18.07.2016

ESMT-Studie zur Rekommunalisierung

In den letzten zwölf Jahre hat ein Prozess der Rekommunalisierung stattgefunden, der zwischen 2003 und 2009 mit einer starken Dynamik und zwischen 2009 und 2015 mit einem etwas langsameren Wachstum ablief.

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Dabei stieg von 2003 bis 2015 der bundesweite Marktanteil kommunaler Leistungserbringung von circa 36 % auf nahezu 46 %. Wie sich dieser Trend erklärt, beschreibt und beurteilt eine neue Studie der European School of Management and Technology (ESMT) im Auftrag von Remondis.

Motive für die Rekommunalisierung

Die Studie zu „Rekommunalisierung und Wettbewerb in der Entsorgungswirtschaft“  kommt zu dem Schluss, dass mögliche Motive für die private Leistungsvergabe in Kostenvorteilen gesehen werden können. Dabei spielen besonders bessere Anreize zur Kosteneinsparung eine Rolle und die Tatsache, dass private Anbieter leichter Größenvorteile über die Gemeindegrenzen hinweg erzielen können. Diese Vorteile der privaten Anbieter drücken sich vor allem in Gemeinden mit niedriger Einwohnerzahl stärker aus.

Einflüsse, die zur Rekommunalisierung führen

Die Studie kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass der Hang zur Rekommunalisierung umso stärker ist, je höher

  • der Stimmenanteil linker Parteien
  • die Arbeitslosenquote
  • die Konzentration privater Anbieter
  • der Anteil kommunaler Leistungserbringung

in einer Region ausfällt und je niedriger die Steuereinnahmen je Einwohner ausfallen.

Außerdem greift vielfach eine „Rekommunalisierungsspirale“: Kommunalisierung in der Vergangenheit verstärkt die Anreize zur Kommunalisierung in der Zukunft. So würde häufiger Rekommunalisierung in Kommunen stattfinden, in deren Umgebung der Anteil von kommunaler Leistungserbringung bereits hoch ist.

Autor: Wilfried Denz 

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