News | Betrieblicher Umweltschutz
28.09.2015

Emissionshandelsrichtlinie ist Thema beim Klimagipfel

Nach den Plänen der EU-Kommission soll die Emissionshandelsrichtlinie und damit der Handel mit Zertifikaten reformiert werden. Der Entwurf sieht vor, nur noch Unternehmen mit kostenlosen Zertifikaten zu belohnen, die beim Klimaschutz auf dem neuesten Stand sind. Zustimmung kommt bereits von der Bundesumweltministerin, aber die EU-Kommission sieht auch den Rest der Welt in der Pflicht für mehr Klimaschutz.

Mit der neuen Emissionshandelsrichtlinie sollen weniger Gratizertifikate zur Verfügung gestellt werden. Dies soll soll den langfritigen Klimaschutz verbessern.© RomoloTavani /​ iStock /​ Thinkstock

Wenige Monate vor der Weltklimakonferenz in Paris hat die EU-Kommission ihre Pläne zur Reform der Emissionshandelsrichtlinie für die vierte Handelsperiode ab 2021 vorgelegt. Kraftwerksbetreiber und Industrie sollen demnach ihren durchschnittlichen jährlichen CO2-Ausstoß weiter senken – um 2,2 Prozent statt bisher 1,8 Prozent.

Nach künftiger Emissionshandelsrichtlinie soll es weniger Gratiszertifikate geben.

Eine der wichtigsten Änderungen der Emissionshandelsrichtlinie sieht die flexiblere Zuteilung kostenloser Zertifikate vor. Nach den Vorstellungen der Kommission sollen Produktionssteigerungen oder -rückgänge stärker berücksichtigt und die Menge kostenloser Zertifikate entsprechend geändert werden. Gratiszertifikate soll es nur geben, wenn eine Produktionsanlage klimatechnisch zum obersten Zehntel in ihrer Branche gehört, sich also auf dem neuesten technischen Stand befindet. Am Ende müssten die rund 11.000 Fabriken und Kraftwerke, die für knapp die Hälfte des Kohlendioxidausstoßes in Europa stehen, 43 Prozent weniger erzeugen als 2005.

Verhandlungen zügig auf den Weg bringen

Als einen „weiteren wichtigen Schritt für langfristigen Klimaschutz“ sieht die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks, die Reformvorschläge der EU-Kommission zur Emissionshandelsrichtlinie. Hendricks lobt die Pläne als Mittelweg zwischen ehrgeizigem Klimaschutz und Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, drängt aber auch auf zügige Verhandlungen.

Schritt zu weniger CO2-Ausstoß

Die Emissionshandelsrichtlinie ist ein entscheidender Teil des EU-Klimaschutzes. Er verpflichtet Industrie- und Energiebranchen, für jede Tonne ausgestoßenes CO2 Verschmutzungsrechte vorzuweisen. Die Reform soll energieintensive Unternehmen bewegen, mehr in klimafreundliche Technik zu investieren. Grundsätzlich müssen die Unternehmen die Emissionsrechte ersteigern. Die EU hatte aber eine kostenlose Zuteilung für Unternehmen eingeführt, die ansonsten Nachteile im internationalen Wettbewerb hätten. Ein Zertifikat steht für eine Tonne Treibhausgas.

Klimaschutz durch Versteigerungserlöse fördern

Zehn Prozent der Erlöse aus dem CO2-Handel werden an ärmere Staaten verteilt. Dies betrifft alle Länder, deren Wirtschaftsleistung pro Kopf unterhalb von 60 Prozent des EU-Durchschnitts liegt. Hierzu gehören Polen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn. Zudem wird es eine Reserve von künftig 400 Millionen Zertifikaten geben, deren Versteigerungserlöse für den Ausbau erneuerbarer Energien verwendet werden sollen.

Neue Emissionshandelsrichtlinie Signal für Paris

Über die Vorschläge beraten derzeit das Europaparlament und die EU-Mitgliedstaaten. Im Vorfeld des Klimagipfels in Paris will die EU so ein deutliches Signal an die internationale Gemeinschaft senden. Sie will den Vorschlag aus Brüssel als eine Einladung an den Rest der Welt verstanden wissen. Sie müsse nun ebenfalls liefern, um der  Klimaschutzkonferenz in Paris Ende des Jahres zum Erfolg zu verhelfen.

Autor: WEKA Redaktion

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