01.02.2021

Boden des Jahres 2021: Lössboden

Haben Sie sich schon einmal eingehender mit unseren Böden beschäftigt? Zugegeben, das ist eine Trickfrage, denn meist lautet die Antwort: „Nein“. Um also den Boden stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, lobt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) jährlich seit 2005 den Boden des Jahres aus. „Gewinner“ dieses Jahr: der Lössboden.

Querschnitt durch einen Boden mit Vegetation darauf.

Lössboden besteht zu einem hohen Prozentsatz aus Humus und eignet sich deshalb gut für die Nahrungs- und Futtermittelproduktion. Aufgrund seiner Zusammensetzung, seiner Steinfreiheit und seines neutralen pH-Werts speichert er viel Wasser und viele Nährstoffe. Lössböden können auch Schadstoffe zurückhalten und sie so daran hindern, ins Grundwasser zu sickern.

Löss entstand vorwiegend in der letzten Eiszeit, die bis vor rund 13.000 Jahren dauerte. Frost und Gletscher zerkleinerten und zermahlten Gestein, das der Wind dann kilometerweit verfrachtete. Meist gab er es an der Leeseite von Erhebungen an vielen Teilen Deutschlands wieder frei. Aus Pflanzenresten bildete sich Humus, der von Bodentieren ganz tief in den Löss gemischt wurde: Der Lössboden war geboren.

Lössböden sind allerdings insbesondere gegen Erosion durch Wasser und Wind sehr empfindlich und müssen entsprechend geschützt werden. Der beste Schutz gegen Erosion ist eine ganzjährige Pflanzendecke und möglichst viele Hecken und Bäume.

Autor: Dr. Thomas Suttner