02.02.2018

Bisphenol A als besonders besorgniserregender Stoff anerkannt

Seit Januar steht Bisphenol A wegen seiner umweltschädigenden Wirkung auf der Liste besonders besorgniserregender Stoffe. Studien hatten zuvor die hormonelle Wirkung auf Tiere in der Umwelt belegt. Der Stoff könnte jetzt noch weitgehender reguliert werden.

Bisphenol A wurde jetzt wegen seiner Wirkung auf Tiere in der Umwelt in die Liste besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC-Stoffe) aufgenommen. Studien hatten zuvor gezeigt, dass der Gefahrstoff bei Fischen und Froschlurchen hormonähnlich wirkt und Fortpflanzung und Entwicklung schädigt. Das UBA hat jetzt angekündigt zu prüfen, ob und gegebenenfalls welche Verwendungen von Bisphenol A für einen bessere Schutz der Umwelt zusätzlich beschränkt werden müssen.

Eine der am meisten produzierten Chemikalien der Welt

Mit 3,8 Millionen Tonnen pro Jahr gehört der Stoff zu den am meisten produzierten Chemikalien weltweit. Bisphenol A wird zum Beispiel für Polykarbonat-Kunststoffe sowie Epoxidharze verwendet. Er steckt in zahlreichen Produkten wie

  • Lebensmittelverpackungen
  • Trinkflaschen
  • Konservendosen
  • DVD
  • Kassenzettel aus Thermopapier

Auch für den Menschen fortpflanzungsschädigend

Auf Vorschlag von Frankreich wurde der Stoff wegen seiner fortpflanzungsschädigenden und hormonellen Wirkung bereits in die sogenannte Kandidatenliste aufgenommen. Stoffe dieser Liste sind Kandidaten für das Zulassungsverfahren unter REACH, welches das langfristige Ziel hat, den Stoff zu ersetzen und die Verwendung von weniger schädlichen Alternativen zu fördern.

Im August 2017 hatte das UBA bei der Europäischen Chemikalienagentur ECHA ein Dossier zur Identifizierung von Bisphenol A als besonders besorgniserregenden Stoff (SVHC) für die Umwelt eingereicht. Diesem Vorschlag  folgte die ECHA im Dezember 2017.

Ab 2020 in Thermopapier verboten

Mit der erneuten Aufnahme in die Kandidatenliste müssen nun auch die Wirkungen auf die Umwelt bei weiteren regulatorischen Maßnahmen stärker berücksichtigt werden.  Die Verwendung von Bisphenol A in Thermopapier ist aus Gründen des Gesundheitsschutzes ab 2020 verboten. Dadurch könnte auch der Eintrag in die Umwelt reduziert werden.

Das UBA prüft derzeit, ob und wenn ja welche weiteren Verwendungen beschränkt werden müssten, um das Vorkommen in der Umwelt zu reduzieren. Welche Risiken Ersatzstoffe von Bisphenol A für die Umwelt haben, wird derzeit in einem Forschungsprojekt des UBA und durch Bewertungen von EU-Mitgliedstaaten analysiert.

Informationspflichten innerhalb der Lieferkette

Mit der Identifizierung von Bisphenol A als SVHC und der Aufnahme in die REACH-Kandidatenliste geht eine Informationspflicht innerhalb der Lieferkette einher. Für Verbraucherinnen und Verbraucher gilt ein explizites Auskunftsrecht über Vorkommen von SVHC in Erzeugnissen. Die Hersteller, Lieferanten und Händler müssen offenlegen, ob in Erzeugnissen ein besonders besorgniserregender Stoff in einer Konzentration von über 0,1% enthalten ist.

Verbraucherinnen und Verbraucher können außerdem mit Hilfe der App „Scan4Chem“ des UBA bei Herstellern eine Anfrage stellen – und so deutlich machen, dass sie keine SVHC in Produkten akzeptieren.

Quelle: UBA

 

Autor: WEKA Redaktion