25.03.2019

Aktionsplan zur Kreislaufwirtschaft: Kommission zieht positive Bilanz

In allen Lebensphasen eines Produkts soll in der EU mehr recycelt und mehr wiederverwendet werden. Dieses Ziel verfolgt die EU-Kommission seit 2015 mit dem Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft. Ein aktueller Bericht bewertet, wie gut die Kommission mit dem Aktionsplan vorankommt  und zieht eine recht positive Bilanz. Es gibt allerdings auch Verbesserungspotenzial.

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Spätestens, als die EU-Kommission den einfachen Kunststoffstrohhalm Anfang letzten Jahres in Frage stellte, wurde vielen Bürgern klar: In Europa ist hier gerade etwas in Bewegung geraten. „Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft“ nennt sich dieses „etwas“. Mit dem Aktionsplan gestaltet die EU bereits seit 2015 Schritt für Schritt Produkte, Konsum und die Abfallwirtschaft europaweit um. Das Ziel: In allen Lebensphasen eines Produkts soll in der EU mehr recycelt und mehr wiederverwendet werden.

Der Umbau hin zur Kreislaufwirtschaft kommt dabei gut voran, wie ein jüngst veröffentlichter Bericht der EU-Kommission zeigt. Der Bericht bewertet die Umsetzung des Aktionsplans; er zeigt bisherige Erfolge auf und weist auf anstehende Herausforderungen hin.

Von der linearen Wirtschaft zur Kreislaufwirtschaft

Das auch in der Öffentlichkeit diskutierte Verbot von Plastikstrohhalmen ist nur ein Ansatz von vielen. 54 Maßnahmen beinhaltet der Aktionsplan insgesamt. Die gute Nachricht: Alle Maßnahmen sind bereits entweder angelaufen oder sogar abgeschlossen. Zum Beispiel:

  • Im Juli 2018 z.B. hat ein überarbeiteter Rechtsrahmen für Abfälle neue ehrgeizige Recyclingquoten eingeführt.
  • Die EU-Strategie für Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft integriert eine kreislauforientierte Produktgestaltung, die Verwendung und Wiederverwendung von Materialien und das Recycling in die Verwertung von Kunststoffen. Bis 2030 sollen alle Kunststoffverpackungen, die in der EU auf den Markt gelangen, wiederverwendbar oder recyclingfähig sein.
  • Es wurden Methoden zur Messung des ökologischen Fußabdrucks von Produkten (Product Environmental Footprint, PEF) und von Organisationen (Organisation Environmental Footprint, OEF) entwickelt. Diese wiederum helfen Verbrauchern bewusstere Entscheidungen für ihren Konsum zu treffen.

Insgesamt führt der Aktionsplan laut Bericht dazu, dass der Übergang zur Kreislaufwirtschaft in Europa schneller vorankommt. Das wiederum hat Arbeitsplätze in der EU geschaffen. Im Jahr 2016 waren beispiwelsweise in den für die Kreislaufwirtschaft relevanten Sektoren mehr als vier Millionen Arbeitnehmer beschäftigt – 6 Prozent mehr als 2012.

Für die Umstellung hat die EU-Kommission öffentliche Mittel von insgesamt mehr als 10 Mrd. Euro bereitgestellt.

Hier sieht der Bericht Handlungspotenzial

Bei einige Themen (Chemikalien, nichttoxische Umwelt, Umweltkennzeichnung und Ökoinnovation, kritische Rohstoffe und Düngemittel)  sollte die EU ihre Arbeiten intensivieren. Außerdem empfiehlt der Bericht, den Aktionsplan auf weitere Bereiche auszuweiten, die für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft auch bedeutend sein können.

Quelle: EU-Kommission

Autor: WEKA Redaktion