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AGB

Da die Entwicklung auch zu neuen Leistungsangeboten sowie neuen Produktions- und Vertriebsformen geführt hat, besteht das Bedürfnis, die gesetzlich geregelten Vertragstypen interessengerecht zu ergänzen und zu verändern. Oder es besteht die Notwendigkeit, Rechtsbeziehungen komplett mithilfe standardisierter Vorlagen zu gestalten, wie z.B. bei Leasingverträgen, Factoring, Facility-Management-Verträgen oder Sonderformen wie Bauträger- und Baubetreuungsvertrag. Auch hierfür haben sich AGB in Form eines „Mustervertrags“ als ein hilfreiches Instrument erwiesen, um einheitlich ein Gerüst von Regelungen zu errichten, das allen entsprechenden Rechtsbeziehungen mit Kunden bzw. Dienstleistern oder Lieferanten zugrunde gelegt werden soll. AGB sind ein Instrument, die gesetzlich geregelten Vertragstypen im Massengeschäft anzupassen und zu ergänzen.

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Im Folgenden lesen Sie einige Tipps und Hinweise für Sie als Einkäufer bzw. Besteller, wie Sie mit Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) professionell umgehen.

Es gibt viele Besonderheiten bei Allgemeinen Geschäftsbedingungen, insbesondere in der Verwendung von Kaufleuten gegenüber Kaufleuten. Diese Besonderheiten können nicht alle aus dem Gesetz herausgelesen werden – vor allem, wenn es um inhaltliche Fragen geht und Klauseln in ihrer Wirksamkeit auf den Prüfstand gestellt werden.

Andererseits sind die damit einhergehenden Fragen Teil des beruflichen Handelns von Einkäufern bzw. Bestellern.

Aus der Redaktion

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AGB: wichtige Fragen für Einkäufer und Besteller

Für Einkäufer und Besteller sind besonders diese Fragen wichtig:

  • Wie kann ich die eigenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder Besondere Geschäftsbedingungen wirksam durchsetzen?
  • Was unternehme ich, um die Geltung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Lieferanten/Dienstleisters auszuschließen oder zu blockieren?
  • Welche Inhalte sind in Allgemeinen Geschäftsbedingungen erlaubt?
  • Was ist zu unternehmen, wenn starke Anbieter auf der Durchsetzung ihrer eigenen Geschäftsbedingungen bestehen?

Tipp für Einkäufer und Besteller

Halten Sie den Verkaufs- und Lieferbedingungen oder Geschäftsbedingungen von Dienstleistern Ihrer deutschen Anbieter eigene inhaltlich wirksame und aktuell gehaltene Einkaufsbedingungen entgegen, damit jene zunächst ”neutralisiert“ werden. Dann gelten nur die Regelungen aus beiden Bedingungswerken, die übereinstimmen.

Professionelle Vertragsarbeit ist professionelle Arbeit mit den AGB

Einkäufer bzw. Besteller sollten die Bedeutung des Rechts über die Geltung und die Anforderungen an den Inhalt von Allgemeinen Geschäftsbedingungen: Sie kommt der des sonstigen Vertragsrechts gleich. Grund: Die meisten rechtlich relevanten Erklärungen zur Herbeiführung von Verträgen haben heutzutage Bestandteile, denen die Bedeutung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zukommt, nicht nur die so bezeichneten abgeschlossenen Bedingungswerke.

Der richtige Umgang mit eigenen und von Anbietern erstellten vorformulierten fremden Texten ist Vorbedingung für eine professionelle Vertragsarbeit.

Vorformulierte Vertragstexte und AGB der Lieferanten prüfen lassen

Lassen Sie den Inhalt von vorformulierten Vertragstexten und Allgemeinen Geschäftsbedingungen Ihrer strategischen Lieferanten juristisch daraufhin überprüfen, ob sie AGB-rechtlich zulässig sind, bevor Sie sie akzeptieren.

Besser, als gegen Windmühlen zu kämpfen und nachteilige ausgehandelte Klauseln als ”Kompromisslösung“ zu akzeptieren, kann es sein, sich bei widersprüchlichen Verweisen auf eine Blockade der jeweiligen AGB einzurichten und diese auch durchzuziehen. Dies geht aber nur gut, wenn der Lieferant/Dienstleister trotzdem leistet.

Das AGB-Recht ist eines der wichtigsten Rechtsgebiete im Vertragsrecht

Die Anforderungen an die Einbeziehung von AGB in Verträge und die inhaltliche Kontrolle vorformulierter Verträge sind in §§ 305 ff. BGB geregelt. Gedacht waren sie ursprünglich zum Schutz von Verbrauchern. Die gesetzlichen Anforderungen an die Einbeziehung von AGB eines Unternehmers gegenüber einem Verbraucher in Verträge nach § 305 Abs. 2 und 3 BGB sind nicht auf den Verkehr zwischen Unternehmen übertragbar, vgl. § 310 Abs. 1 BGB.

Starker Einfluss der Rechtsprechung

Die deutschen Gerichte haben sich aber stark „hinausgelehnt“ und prüfen die Inhalte der AGB, die im B2B-Verkehr verwendet werden, weitestgehend nach den gleichen strengen Kriterien, die sie bei der Verwendung gegenüber Verbrauchern einsetzen.

Dass der entsprechende Abschnitt zu AGB im BGB nur wenige Rechtsvorschriften enthält, schmälert die Bedeutung keinesfalls. Eine Vielzahl von Urteilen zeigt die Bedeutung und hat zu einem „AGB-Recht“ geführt, das sich stark gegenüber den gesetzlichen Regelungen verselbstständigt hat.

Beispiel für Bedeutung der Rechtsprechung

Um bewerten zu können, ob eine Klausel unklar, überraschend oder unangemessen benachteiligend ist, bedarf es spezifischer Kenntnisse nicht nur des Gesetzes mit seinen Wertmaßstäben und wesentlichen Leitbildern, sondern auch der jeweils aktuellen Rechtsprechung.

Die Basis für inhaltliche Themen bildet immer erst einmal der Gesetzestext. Jedoch ist dieser so abstrakt, dass aus ihm keine wirklichen Schlüsse für den Einzelfall gezogen werden können. Hierzu ist der Rat eines Juristen erforderlich. Die gesetzlichen Grundlagen schaffen eine Art „Parallelrecht“ gegenüber der grundsätzlich verbürgten „Privatautonomie“ im Privatrecht, deren Kern die Inhaltsfreiheit von Verträgen ist.

Tipp für Allgemeine Geschäftsbedingungen im Internet

Wenn Sie Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen im Internet veröffentlichen und sie damit allgemein zugänglich machen, ist es umso wichtiger, sie regelmäßig auf den aktuellen Stand bringen zu lassen, weil die Gefahr der Abmahnung größer ist.

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