Fachbeitrag | CE-Kennzeichnung
27.10.2015

Maschinenrichtlinie und nordamerikanischer Markt

Eine direkt mit der CE-Kennzeichnung und der Maschinenrichtlinie vergleichbare Vorschrift gibt es im nordamerikanischen Markt, womit wir hier den Markt in den USA und Kanada sowie Mexiko meinen, nicht.

© Dorling Kindersley /​ Thinkstock

Einige wenige Bereiche sind gesetzlich geregelt:

  • Medizinische Produkte, die über die FDA, die Food and Drug Administration in den CFR, den Code of Federal Regulations, Abschnitte 800 bis 1.299 des § 21 CFR, geregelt werden.
  • Produkte mit Strahlenschutzanforderungen, die über die FDA, die Food and Drug Administration in den CFR, den Code of Federal Regulations, Abschnitte 1.000 bis 1.050 des § 21 CFR, geregelt werden. Dies sind nicht nur Röntgengeräte, sondern auch z.B. klassische Fernseher mit Bildröhre, Radaranlagen und Ultraschallgeräte, Laser für die meisten Anwendungsbereiche, CD-Player und Scanner.
  • Produkte, die Radiofrequenzen nutzen, die über die FCC, die Federal Communications Commission in den CFR 47, den Code of Federal Regulations, Abschnitte 800 bis 1.299 des § 21 CFR, geregelt werden; die Regelungen sind den in Europa gebräuchlichen Vorgaben zur EMV ähnlich, aber nicht deckungsgleich.
  • Über die OSHA, die Occupational Safety an Health Administration, existiert eine der europäischen Maschinenrichtlinie vergleichbare Regelung für Maschinen und andere Produkte, die direkt mit der Arbeitssicherheit zu tun haben.
  • Für elektrische Anlagen ist neben den folgend noch beschriebenen Vorgaben häufig der NEC, der National Electrical Code, eine Errichtungsvorschrift für elektrische Anlagen, zu beachten. Diese NEC kann z.B. mit den in Deutschland üblichen Vorschriften der Normenreihe VDE 0100 verglichen werden, ist aber aufgrund anderer Steckersysteme, Spannungen und typischer Anforderungen wie dem bei Holzbauten wesentlich wichtigeren Thema Brandschutz für ein europäisches Unternehmen sehr ungewohnt.

Maschinenbau USA – EU

Die europäische Maschinenrichtlinie scheint in Umfang und erfolgreicher Umsetzung einzigartig in der Welt zu sein. Die wesentlichen Normen in diesem Bereich sind nicht nur mit EN-Nummern, sondern auch mit ISO-Nummern verfügbar – Beispiel EN ISO 12100 für Sicherheit von Maschinen oder die EN ISO 13857 für Sicherheitsabstände.

OSHA

In den USA gibt es die OSHA, die Occupational Safety an Health Administration, die eine der europäischen Maschinenrichtlinie vergleichbare Regelung für Maschinen und andere Produkte, die direkt mit der Arbeitssicherheit zu tun haben, verabschiedet hat. Aber eine Trennung zwischen Produkthersteller und Produktanwendung, wie diese in der EU jetzt seit 25 Jahren bekannt ist, liegt nicht vor. Noch schlimmer ist, dass die Entscheidung, ob eine Maschine als sicher gelten kann, von einem lokalen Inspektor für elektrotechnische Sicherheit oder Brandschutzexperten abhängig ist. Eine Person entscheidet darüber, ob die Maschine den US-Vorgaben für Arbeitsplatzsicherheit entspricht und in Betrieb genommen werden darf.

In Europa gilt die auf dem Vorsorgedenken basierende Outdoor-Richtlinie zum Maschinenbau, die für Bagger und Laubbläser und viele weitere Produkte sehr genaue Lärm-Grenzwerte vorgibt. Dieser Vorsorgegedanke, der in der EU z.B. zu Grenzwerten für die Emission von Strahlung oder Partikeln besteht, ist in den USA nicht bekannt. Dort muss erst der wissenschaftliche Nachweis der Beeinträchtigung gebracht werden.

Auch die Sicherheitshinweise entsprechend der amerikanischen ANSI Z.535 sind deutlich anders als die in Europa übliche Form, teilweise sind sogar die Piktogramme unterschiedlich. Die europäische Forderung, dass die Bedienungsanleitung in der Sprache des Verwenderlandes mitgeliefert werden muss, dürfte eher eine der leicht zu akzeptierenden Regeln sein!

Weitergehende Informationen dazu finden Sie im „NiederspannungsCheck“.

 

Autor: Jo Horstkotte

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