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17.09.2015

Pelztierfarmen sollen in Deutschland verboten werden

Die Pelztierhaltung soll langfristig verboten werden, um unnötiges Leiden von Tieren zu vermeiden. Das sieht ein vom Bundesrat vorgelegter Gesetzentwurf vor (BT-Drs. 18/5866 – PDF, 145 KB).

Animal furs© Design Pics /​ Thinkstock

Pelztierzucht mit Art. 20a GG nicht vereinbar

Zur Begründung heißt es unter anderem, dass Tiertötungen nur dann mit Artikel 20a GG vereinbar sind, wenn sie um höherrangiger Interessen willen geeignet, erforderlich und verhältnismäßig sind. Dies sei bei Pelztieren, die zur Pelzgewinnung gehalten und getötet werden, nicht der Fall. Es bestehe hierzulande keine Notwendigkeit mehr, sich mit Hilfe von Pelzkleidung gegen Kälte zu schützen. Die Haltung und Tötung der Tiere erfolge damit nicht zur Sicherung elementarer Grundbedürfnisse der Menschen.

Betroffen sind in Deutschland jedoch nur zwei Handvoll Gewerbetreibende: Im Jahr 2013 gab es in Deutschland nur noch 11 offizielle Pelztierfarmen. Ihnen wird in dem Gesetzesentwurf eine Übergangszeit von zehn Jahren eingeräumt.

In Europa setzt sich Verbot sukzessive durch

In England, Österreich, Kroatien, den Niederlanden und zuletzt in Slowenien haben die Parlamente bereits ein uneingeschränktes nationales Verbot der Pelztierzucht beschlossen. Deutschland reiht sich damit in guter Nachbarschaft in Europa ein. Allein in Skandinavien, Russland oder China expandiert der Pelztierhandel.

Autor: Anna Hoppe 

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