News | Recht 24.04.2015

Nun doch: Auch Bundesministerin Schwesig will keine E-Zigaretten für Jugendliche

Bundesjugendministerin Manuela Schwesig hat auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesernährungsminister Christian Schmidt am 23. April 2015 zur Abgabe von E-Shisha und E-Zigaretten an Jugendliche Stellung genommen. Sie plant, die Abgabe an Jugendliche noch in diesem Kalenderjahr zu verbieten.

Elektronische Zigaretten

Bundesjugendministerin Manuela Schwesig hat auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesernährungsminister Christian Schmidt am 23. April 2015 zur Abgabe von E-Shisha und E-Zigaretten an Jugendliche Stellung genommen. Sie plant, die Abgabe an Jugendliche noch in diesem Kalenderjahr zu verbieten.

Nach neuesten Studien sei belegt, dass auch die nikotinfreien Liquids gesundheitsschädlich seien. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat deshalb einen Referentenentwurf zur Änderung des Jugendschutzgesetzes erarbeitet.

„Wir müssen die bestehende Gesetzeslücke schließen. Dass Kinder und Jugendliche diese Produkte einfach kaufen und konsumieren können, ist für mich eine unhaltbare Situation“, so Manuela Schwesig. Auch die Gefahr durch die nikotin-freien Liquids dürfe nicht unterschätzt werden: „Sie schmecken nach Mango, Schokolade oder Kaugummi – aber was da inhaliert wird, ist alles andere als harmlos.“

Studien zeigen gesundheitliche Risiken der E-Zigaretten

In der Vergangenheit wurden unter anderem vom Bundesinstitut für Risikobewertung, vom Deutschen Krebsforschungszentrum und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Studien durchgeführt. Diese zeigen, dass auch beim Dampfen von nikotinfreien E-Zigaretten Carbonylverbindungen, darunter Formaldehyd, Acrolein und Acetaldehyd, entstehen, die Krebs auslösen können.

Zudem haben die Studien gezeigt, dass die Aerosole von E-Zigaretten und E-Shishas feine und ultrafeine Partikel enthalten. Das kann in der Wachstumsphase zur Beeinträchtigung der Lungenentwicklung führen.

In der vergangenen Aktualisierung haben wir Ihnen berichtet, dass auch der Bund der Deutschen Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller das Abgabeverbot von E-Zigaretten an Minderjährige fordert. Die Mühlen der Politik mahlen mitunter etwas langsamer, aber es ist zu hoffen, dass sie gerade bei diesem Thema nicht zum (plötzlichen) Stillstand kommen.

Autor: Anna Hoppe (Anna Hoppe ist Herausgeberin des Werkes Gewerbeamtspraxis und in Hamburg als Rechtsanwältin tätig.)