News | Energieeffizienz 05.08.2015

Mehr umweltfreundliche Energie und weniger Reststoffe

Die Lösung für eine nachhaltige Verwertung schwieriger Abfälle könnte aus dem Saarland kommen. Dort wurde eine neuartige, kompakte Pyrolyse-Anlage entwickelt, die zum Beispiel Klärschlämme oder Gärreste aus betrieblichen Produktionsketten in energetisch nutzbare Stoffe umwandelt.

Frankfurter Römerberg mit Rathaus

Im Saarland wurde eine neuartige Pyrolyse-Anlage für Abfälle entwickelt

Abfälle nachhaltig zu verwerten, ist eine Herausforderung, gleich, ob es sich um Klärschlämme, Gärreste aus betrieblichen Produktionsketten oder Lebensmittelreste handelt. Besonders sinnvoll ist es, einen Stoffkreislauf zu etablieren, die Abfälle also umzuwandeln und beispielsweise zur Energiegewinnung zu nutzen. Das soll mit einer neuentwickelten Pyrolyse-Anlage mit dem Namen „Pyrofab“ gelingen, die zurzeit in Ottweiler-Fürth, dem ersten Bioenergiedorf im Saarland, aufgebaut ist. Das aus zwei Containermodulen bestehende Gerät wurde im Rahmen des EU-Interreg-Projekts „BioenNW“ gemeinsam vom Izes Institut für Zukunftsenergiesysteme (Saarbrücken) und der Aston University Birmingham entwickelt. Die Anlage eröffnet ganz neue Möglichkeiten, Entsorgungsmengen zu reduzieren und gleichzeitig Energie zu erzeugen.

Im Pyrolyse-Verfahren werden biogene Reststoffe wie beispielsweise Klärschlämme, Reststoffe aus der Papierindustrie oder Lebensmittelabfälle, durch thermo-chemische Spaltung, also Erhitzen, in Gase, Öle oder Kohlen umgewandelt. Diese können dann wiederum anderweitig genutzt werden.

Pyrofab steht bis Mitte August in Ottweiler-Fürth und wird danach zahlreichen Tests in Schweden, den Niederlanden und Frankreich unterzogen. Im Oktober kehrt die Anlage für eine finale Testreihe ins Saarland zurück. „Von Pyrofab erhoffen wir uns neue Wege zur umweltfreundlichen Verwertung insbesondere schwieriger Abfälle“, so die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, Aufsichtsratsvorsitzende von Izes. Gerade für den ländlichen Raum leisteten Lösungen wie Pyrofab einen wichtigen Beitrag für ein CO2-neutrales Europa. Darüber hinaus nehme die Anlage wenig Platz ein und biete so auch für Unternehmen und Kommunen neue Wege, gewisse Mengen an Abfällen zu verwerten. Rehlinger: „Pyrofab leistet also gleichermaßen einen Beitrag zu Umwelt und Wirtschaft im Saarland.“

Autor: Wolfram Markus (Wolfam Markus ist Herausgeber des WEKA-Handbuchs "Kommunalpolitik")