News | Information 19.11.2015

Kommunen sollen Abfallvermeidungsziele unterstützen

Bayern will das Land werden, das am effizientesten mit den natürlichen Ressourcen umgeht. Dazu muss unter anderem die Abfallvermeidung mehr gestärkt werden. Hier können die Kommunen einen wichtigen Beitrag leisten. Ein neuer Leitfaden des Umweltministeriums will sie dabei unterstützen.

Rotes Rathaus Berlin

Bayerisches Umweltministerium legt neuen Leitfaden für Gemeinden vor

Jede Kommune in Bayern kann einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das betonte die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf am Mittwoch dieser Woche (18. November 2015) in München bei der Präsentation eines neuen Leitfadens für Kommunen, der die Abfallvermeidung stärken will. „Der Klimawandel ist ein globales Problem, das uns regional vor Herausforderungen stellt. Der stetig zunehmende Verbrauch von Rohstoffen bedeutet mehr schädliche Umweltauswirkungen. Wir müssen in einem ersten Schritt schon bei der Vermeidung von Abfall vor Ort ansetzen. Beim Umgang mit natürlichen Ressourcen kann jede Kommune helfen. Mit dem neuen Leitfaden zur Abfallvermeidung geben wir den bayerischen Kommunen eine wertvolle Arbeitshilfe an die Hand, um auf kommunaler Ebene zu handeln – von der Vermeidung von Bauschutt über die Nutzung von Green-IT bis hin zur Installation von Wasserbars“, so Scharf.

Bei der Umsetzung der Empfehlungen des Leitfadens in allen bayerischen Kommunen könnten 680.000 Tonnen Abfall oder 222.000 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Das entspricht den Verkehrsemissionen der Stadt Augsburg von einem Jahr.

Eine weitere Aufgabe ist es, die Verwertungsquote und Verwertungsqualität von Rohstoffen aus Abfällen zu steigern. Wie Scharf sagte, soll Bayern das Land werden, das am effizientesten mit den natürlichen Ressourcen umgeht. Dazu seien Forschungsgeist und Innovationskraft gefragt. Vor zwei Jahren wurde der Projektverbund „ForCycle“ aus der Taufe gehoben, der den Weg zu einer Rohstoffwende ebnen soll. Der Verbund wird vom Umweltministerium mit rund drei Millionen Euro gefördert. Beteiligt sind bayerische Hochschul- und andere Forschungseinrichtungen, die mit Wirtschaftsunternehmen im Land zusammenarbeiten.

Hintergrund: In den letzten 30 Jahren ist der weltweite Verbrauch an Rohstoffen um 50 Prozent gestiegen. Weltweit werden Jahr für Jahr 60 Milliarden Tonnen Rohstoffe verbraucht. Gleichzeitig hat Bayern in den letzten 15 Jahren die Rohstoffproduktivität um 60 Prozent erhöht, seit 1990 wurde die Verwertungsquote für Abfälle von rund 30 auf 70 Prozent gesteigert.

Weitere Informationen unter www.abfall.bayern.de

Autor: Wolfram Markus (Wolfam Markus ist Herausgeber des WEKA-Handbuchs "Kommunalpolitik")