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16.07.2015

Der Pflegebedürftigkeit vorbeugen

Mit einem bundesweit einmaligen Projekt werden in Baden-Württemberg Möglichkeiten erkundet, Pflegebedürftigkeit bei allein lebenden Senioren vorzubeugen. In drei Modellkommunen suchen speziell geschulte Beraterinnen die Alten auf und informieren über lokale Unterstützungsangebote.

Frankfurter Römerberg mit Rathaus© AndreasGarciaM /​ iStock /​ Thinkstock

Baden-Württemberg: Projekt „Präventive Hausbesuche bei älteren Menschen“

Ziel von „PräSenZ“, so heißt das Projekt, ist es, mit zuhause lebenden Senioren in Kontakt zu kommen, bei Bedarf Beratungen anzubieten und gegebenenfalls Unterstützungsmaßnahmen einzuleiten. Erreicht werden sollen vor allem solche Menschen, die in naher Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit Unterstützungsbedarf haben, von sich aus aber keine Beratung aufsuchen.

Mit Ulm (rund 118.000 Einwohner), Rheinfelden (rund 32.000 Einwohner) und Neuweiler (rund 3.000 Einwohner) wurden bewusst drei Kommunen mit völlig unterschiedlicher Einwohnerzahl als Projektteilnehmer ausgewählt. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die gewonnenen Erkenntnisse auf andere Städte und Gemeinden übertragbar sind.

Jede der drei Teilnehmerkommunen hatte im Vorfeld des bis Herbst 2017 laufenden Projekts ein auf die örtliche Infrastruktur angepasstes eigenes Konzept entwickelt. Um den Aufbau von Parallelstrukturen zu vermeiden, wurden Pflegestützpunkte und andere Beratungsstellen dabei von Beginn an ebenso mit einbezogen wie ehrenamtliche Angebote.

Finanziert wird das Modellprojekt mit je 400.000 Euro vom Landessozialministerium und den Pflegekassen. Die Umsetzung und wissenschaftliche Begleitung liegt beim Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. in Köln. Nähere Informationen über „PräSenZ“ finden sich hier.

Autor: Wolfram Markus (Wolfam Markus ist Herausgeber des WEKA-Handbuchs "Kommunalpolitik")

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