News | Information 14.07.2015

Bündnis gegen Langzeitarbeitslosigkeit

In Sachsen-Anhalt rücken die Akteure der Arbeitsmarktförderung noch enger zusammen. Eine Vereinbarung zwischen dem Land, der Bundesagentur für Arbeit sowie den Kommunen sieht eine weitere Regionalisierung der Arbeitsmarktprogramme vor. Es geht um 140 Millionen Euro EU-Mittel.

Das Münchner Rathaus

Sachsen-Anhalt: Regionale Arbeitsmarktförderung wird enger verzahnt

In Magdeburg haben jüngst der sachsen-anhaltinische Arbeitsminister Norbert Bischoff und die Geschäftsführer der kommunalen Spitzenverbände, Jürgen Leindecker (Städte- und Gemeindebund Sachsen-Anhalt) und Heinz-Lothar Theel (Landkreistag Sachsen-Anhalt), die letzten Unterschriften unter eine Vereinbarung zwischen dem Land, der Bundesagentur für Arbeit (Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen), kommunalen Spitzenverbänden sowie allen Landkreisen und kreisfreien Städten zur weiteren Regionalisierung der Arbeitsmarktprogramme gesetzt. Alle Landräte und Oberbürgermeister hatten bereits zuvor unterschrieben.

Die Vereinbarung zielt darauf, bei der aktiven Arbeitsmarktförderung die Zusammenarbeit noch intensiver abzustimmen, um zielgenau regionale Schwerpunkte setzen zu können. Hauptanliegen ist es, insbesondere für Langzeitarbeitslose neue Chancen zu eröffnen. Dazu wollen die Beteiligten den Einsatz von Fördermitteln stärker an den Bedarfen in den Regionen ausrichten. Insgesamt geht es um rund 140 Millionen Euro in den nächsten sieben Jahren, die von der Europäischen Union erwartet werden.

Die Vereinbarung beschreibt, dass bis zum Jahr 2023 mindestens 4.000 zuvor arbeitslose Menschen eine umfassende Beratung und Unterstützung bekommen, um wieder Fuß im Arbeitsmarkt zu fassen. Darüber hinaus verständigen sich die Beteiligten auf eine Fortsetzung des Landesprogramms „Familien stärken“, bei dem so genannte Familien-Coaches in den Landkreisen und kreisfreien Städten die Rückkehr und den Eintritt in den Beruf von jungen Erwerbslosen mit Kindern zusätzlich unterstützen. Pro Jahr und Kreis oder kreisfreier Stadt sollen so mindestens 90 Menschen im Alter bis 35 Jahre wieder in Lohn und Brot gebracht werden, die entweder alleinerziehend oder in Partnerschaft für Kinder Verantwortung tragen.

Ein dritter Baustein der Vereinbarung ist die Unterstützung von Jugendlichen auf dem Weg in eine Ausbildung oder reguläre Arbeit. Für rund 6.300 Jugendliche im Alter bis 25 Jahren soll dafür eine konkrete Unterstützung geleistet werden.

Autor: Wolfram Markus (Wolfam Markus ist Herausgeber des WEKA-Handbuchs "Kommunalpolitik")