16.03.2016

Trinkwasserhygiene: erwärmtes Kaltwasser

Kaltwasser darf nach DIN EN 1717 und nach DIN 1988 bei Stagnation nicht über 23 °C erwärmt sein.

Ein erhebliches Problem in der Trinkwasserhygiene stellt das Erwärmen von Kaltwasser z.B. in Versorgungsschächten dar.

Man kann davon ausgehen, dass bei 60 % der Gebäude im Gebäudebestand, die über eine zentrale Warmwasserversorgung verfügen, das Kaltwasser morgens deutlich über 23 °C erwärmt ist. Die Ursache liegt darin, dass in den meisten Gebäuden mit zentraler Warmwasserversorgung, die bis 1983 gebaut wurden, die Warmwasser-, die Zirkulations- und die Kaltwasserleitung in einem Schacht zusammengefasst wurden. Dazu kamen häufig noch die Heizungsleitungen. Diese Leitungen sind in der Regel schlecht oder gar nicht gedämmt. Die Temperaturen in den geschlossenen Schächten erreichen bis 50 °C. In der heutigen Zeit, in der Warmwasseranlagen nach DVGW-Arbeitsblatt 551 betrieben werden müssen, verschlimmert sich dieses Problem.

Ich empfehle, bei Wartungen (insbesondere in Großanlagen) bei den Kunden nachzufragen, ob sie schon einmal festgestellt haben, ob nach mehrstündiger Stagnation (stehendes Wasser) das Kaltwasser warm ist. In dem Fall muss die Wärmedämmung aller Rohre geprüft und nach EnEV verbessert werden.

Nach der Verbesserung der Wärmedämmung kann mit erheblicher Energieersparnis (bis 50 %) gerechnet werden.

Hinweis: Bei Neuinstallationen ist streng auf die Einhaltung der Bestimmungen der EnEV zu achten. Alle Rohrleitungen in Versorgungsschächten müssen mit 100 % Dämmung …

Autor: Wulfestieg

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