Norm | VOB/BGB
20.09.2016

Jetzt gilt die neue Systematik der Homogenbereiche!

Bei der Angebotserstellung und der Ausführung müssen Bauunternehmer jetzt nach der VOB die neuen Homogenbereiche für die Normen des Erd- und Tiefbaus beachten.

systematik der homogebereiche@ dragance137 /​​ iStock /​​ thinkstock

Für folgende Normen des Erd- und Tiefbaus gelten jetzt nach VOB die neuen Homogenbereiche:

  • ATV DIN 18300 Erdarbeiten
  • ATV DIN 18301 Bohrarbeiten
  • ATV DIN Ramm-, Rüttel- und Pressarbeiten
  • ATV DIN 18311 Nassbaggerarbeiten
  • ATV DIN 18312 Untertagebauarbeiten
  • ATV DIN 18313 Schlitzwandarbeiten mit stützenden Flüssigkeiten
  • ATV DIN 18319 Rohrvortriebsarbeiten
  • ATV DIN 18321 Düsenstrahlarbeiten

 

Die bisher bekannten Boden- und Felsklassen 1 bis 7 sind entfallen. Stattdessen sind Boden und Fels entsprechend ihrem Zustand vor dem Lösen in Homogenbereiche einzuteilen, anhand derer die bautechnischen Eigenschaften beurteilt werden können. Unter einem Homogenbereich ist ein räumlich begrenzter Bereich aus einzelnen oder mehreren Boden- oder Felsschichten zu verstehen, der vergleichbare Eigenschaften für einsetzbare Erdbaugeräte aufweist. Dadurch hebt sich ein solcher Homogenbereich von den Eigenschaften der abgrenzenden Bereiche ab.

Diese Einteilung von Boden und Fels ergibt eine differenziertere Beschreibung der Böden, als sie durch die bisherige Einstufung in die Boden- und Felsklassen 1 bis 7 möglich war. Allerdings ist für eine solche Einteilung noch stärker als bisher ein Baugrundgutachten erforderlich. Ohne ein solches Gutachten wird eine Einteilung in Homogenbereiche kaum leistbar sein.

Damit entfallen Angaben, die Bauunternehmen bis jetzt gewohnt waren. Stattdessen müssen sie jetzt auf der Grundlage von Kennwerten die Bearbeitbarkeit des Bodens selbst beurteilen. Nur dann können sie kalkulieren und später die Bauarbeiten richtig ausführen. Das Baugrundrisiko verbleibt beim Auftraggeber, das Bauunternehmen ist für die richtige Behandlung des Baugrunds verantwortlich. Die Auswahl der Geräte und des Bauverfahrens bleibt ihm überlassen.

Autor: WEKA-BAU Redaktion 

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