Expertentipp | VOB/BGB
26.03.2015

Häufiger Fehler bei der Ausführung: Wer muss das Leistungsverzeichnis für Nachträge erstellen?

Bei jeder Bauphase passieren immer wieder tückische Fehler. Wichtig bei der Ausführung ist, sich bewusst zu sein, wessen Aufgabe es ist, das Leistungsverzeichnis für Nachträge zu erstellen.

Leistungsverzeichnis für Nachträge© David De Lossy /​ Photodisc /​ thinkstock

Wie bereits dargelegt, ist die Planung beim VOB/B-Vertrag regelmäßig Sache des Auftraggebers. Wünscht dieser eine Ausführungsänderung oder eine Zusatzleistung, so wäre es an sich auch seine Sache, dafür ein Leistungsverzeichnis zu erstellen. Es ist eigentlich also gerade nicht Aufgabe des Auftragnehmers, im Zuge des Angebots von Nachtragsleistungen selbst Planungsleistungen zu erbringen.

Das wird in der Praxis noch immer häufig verkannt. Auch wenn die Erstellung von Nachtrags-Leistungsverzeichnissen durch den Auftragnehmer heute noch üblich ist, zwingend ist dies nicht. Ganz im Gegenteil sollte sich jedes Bauunternehmen viel häufiger auf den (rechtlich richtigen) Standpunkt zurückziehen, dass die Erstellung von Nachtrags-Leistungsverzeichnissen Sache des Auftraggebers ist, wenn dieser insgesamt die Planungsaufgaben übernommen hat. Auch wenn sich die entgegenstehende Praxis nicht von heute auf morgen ändern lässt, so sollte dies doch Ziel jedes Auftragnehmers sein.

 

Autor: Markus Fiedler (Rechtsanwalt)

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